SWV-Pokorny: "Checkrobin-Ausweitung ist weitere Ohrfeige für Kleintransporteure"

Das Geschäftsmodell umgeht Auflagen und ermöglicht Steuerhinterziehung. Das Geschäftsmodell umgeht Auflagen und ermöglicht Steuerhinterziehung.

Wien (OTS) - "Es ist bedenklich, welchen Geschäftstrends man heute offenbar folgen kann, ohne gesetzliche Auflagen berücksichtigen zu müssen", wundert sich Katarina Pokorny, Bundesspartenvorsitzende der Sparte Transport und Verkehr und Vizepräsidentin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Österreichs (SWV Österreich), in Bezug auf die neueste Berichterstattung zum Thema "Checkrobin" in der "Kronen Zeitung" von Sonntag, 24. August.

"In diesem Artikel wird die Ausweitung des Angebots von Hannes Jagerhofers Checkrobin - das Privatpersonen die Möglichkeit bietet, jegliche Transportleistungen ohne Gewerbeschein durchzuführen -beschönigt und angepriesen", so Pokorny, die dieses Modell schon mehrmals als Verhöhnung des österreichischen Kleintransportgewerbes kritisiert hatte. "Die Ausweitung von Checkrobin ist eine weitere Ohrfeige ins Gesicht der tausenden Kleintransporteure Österreichs."

"Unter Applaus wird ein Geschäftsmodell in den Himmel gelobt, das nicht nur der Steuerhinterziehung Tür und Tor öffnet, sondern auch sämtliche Sicherheitsrichtlinien außer Acht lässt. Denn während das Transportgewerbe strengen Kriterien und Richtlinien unterliegt und -wie der Name schon sagt - eine Gewerbeanmeldung voraussetzt, sind Checkrobin-Boten an keinerlei Reglements gebunden", stellt Pokorny fest, und weiter: "Hier werden Menschen, die sich an gesetzliche und steuerliche Auflagen halten, an der Nase herumgeführt." Die Spartenvorsitzende ortet in dem Unternehmen eine Unterwanderung des Transportgewerbes und ein vorsätzliches Aufweichen von Regelungen, was im Extremfall bis zur Steuerhinterziehung führen könne.

Laut Eigenangaben zählt die Onlineplattform mittlerweile mehr als 12.000 registrierte Fahrerinnen und Fahrer, die Transportleistungen gegen einen Sprit-Zuschuss - also gegen Entgelt - anbieten. "Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass Privatpersonen anderen aushelfen", sagt Pokorny. "In diesem Fall aber werden nicht nur Kleinigkeiten wie Schlüssel oder Dokumente geliefert, sondern auch spezielle Fracht wie Waschmaschinen oder Möbelstücke, die fachmännisch geladen und gesichert werden müssen."

In ihrer Funktion als Bundesvorsitzende der Sparte Transport und Verkehr im SWV verweist Pokorny explizit darauf, dass ein solcher Transport eine gewerbliche Tätigkeit ist und somit dem Kleintransportgewerbe unterliegt. "Scheinbar gelten diese Richtlinien nicht für Herrn Jagerhofer. Interessant wäre auch zu erfahren, wie die Österreichische Post AG diesen Service betrachtet, nachdem sie sich schon öfter darüber beklagt hat, dass private Paketdienste zu billig sind."

Kritik übt Pokorny auch am ÖVP-Wirtschaftsbund, der in dieser Angelegenheit offenbar keinen Handlungsbedarf sieht. "Wasser predigen und Wein trinken scheint wohl die Devise des Wirtschaftsbundes zu lauten. Denn während sich das "Modell Jagerhofer" über sämtliche Regelungen hinwegsetzt, fordert der Wirtschaftsbund noch schärfere Zugangsbestimmungen und Auflagen für Kleintransporteure. Mit kostenpflichtigen Schulungen, Kursen und anderen Maßnahmen will man den Kleintransporteuren zusätzlich das Haxl stellen", zeigt sich Pokorny verärgert. "Hiermit muss definitiv Schluss sein", fordert die SWV-Vizepräsidentin.

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