• 21.08.2014, 13:58:22
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Nashornnachwuchs im Tiergarten Salzburg trägt nicht zur Arterhaltung bei

Österreichischer Tierschutzverein kritisiert ineffektive Maßnahmen

Utl.: Österreichischer Tierschutzverein kritisiert ineffektive
Maßnahmen =

Wien (OTS) - Die Trächtigkeit der Nashornkuh "Tamu" im Tiergarten
Hellbrunn wird als Erfolg für die Arterhaltung gefeiert. Der Zoo
freut sich, nach über 20 Jahren und großen Bemühungen endlich
publikumswirksamen Nachwuchs präsentieren zu können. Auch Direktorin
Grebner kann so ihr durch die wiederholten Fluchtversuche von
Raubkatzen schwer angeschlagenes Image aufpolieren.

Besonders erfreulich sei die Nachricht, da die wildlebende
Nashornpopulation massiv durch Wilderei bedroht ist. Das eine hat mit
dem anderen allerdings überhaupt nichts zu tun!

Die Geburt eines Tierbabies in Gefangenschaft kann an der Gefährdung
der Nashörner nichts ändern. Selbst im Falle einer Auswilderung würde
es wohl dem nächsten Wilderer zum Opfer fallen. Stattdessen muss das
Problem der Wilderei an der Wurzel gepackt werden.

Die dem Zoo zur Verfügung gestellten Mittel sollten sinnvoller und
effektiver in andere Projekte investiert werden. Die
Gefangenschaftshaltung und die mehrfache künstliche Befruchtung
verschlingen Unsummen und erwecken zudem den falschen Eindruck,
angemessen auf die Bedrohung der Nashörner zu reagieren.

Um den Nashörnern wirklich zu helfen, könnten zunächst die Parkranger
in den von Wilderern heimgesuchten Nationalparks personell verstärkt
werden und mit besserer Ausrüstung versorgt werden, sodass Wilderer
kein leichtes Spiel mehr haben. Besonders wichtig wäre es,
ökonomische Alternativen für die Einheimischen zu schaffen, sodass
die Armut sie nicht zur Wilderei zwingt. Zudem bedarf es breiter
Aufklärungsarbeit in den Absatzgebieten in Asien, denn Nashornpulver
besteht wie unsere Fingernägel aus Keratin und hat entgegen dem
vorherrschenden Aberglauben keinerlei medizinische Wirkung. Eine
sinkende Nachfrage würde das Geschäft unrentabel machen.

Davon würde der Zoo jedoch nicht profitieren. Weder könnte er mit
einem langersehnten Nashornbaby die Kassen zum Klingeln bringen, noch
sich als Retter der Nashörner präsentieren und damit die
Gefangenschaft von Wildtieren und sein Bestehen legitimieren.

"Wildtiere gehören in die Wildnis! Ihre massive Gefährdung durch den
Menschen und ihr drohendes Verschwinden rechtfertigen keinesfalls,
die letzten ihrer Art zur Befriedigung menschlicher Schaulust in
Gefangenschaft zu züchten", so Susanne Hemetsberger,
Geschäftsführerin des Österreichischen Tierschutzvereins.

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