MA 15 Landessanitätsdirektion Wien: Wien braucht Ebola nicht fürchten

Infektionsschutzpläne stellen rasches Handeln im Verdachtsfall sicher

Wien (OTS) - Bei bestimmten Infektionskrankheiten besteht nach dem Epidemiegesetz eine Meldepflicht an die Gesundheitsbehörde, wie etwa auch bei Ebola. Wird ein Verdachtsfall gemeldet, tritt automatisch ein Ablaufplan in Kraft, mit dem eine Ausbreitung der Erkrankung verhindert werden soll. Die Gesundheitsbehörde kann dabei verschiedene Maßnahmen setzen und hat umfassende Kompetenzen diese anzuordnen.

Wichtig bei jedem Ablaufplan ist die Sicherstellung, dass alle beteiligten Organisationen wissen, was sie wann zu tun haben. Nicht nur das theoretische Wissen ist dabei wichtig, sondern auch die praktische Übung und der Austausch mit allen Organisationen.

Im Rahmen einer Koordinationssitzung wurden heute in der Landessanitätsdirektion mit VertreterInnen des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), der Infektionsabteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitals, der Ärztekammer und VertreterInnen der praktischen Ärzte, der Wiener Berufsrettung sowie der Polizei die bereits bestehenden Abläufpläne bei einem Ebola Verdachtsfall oder bei einem Erkrankungsfall koordiniert.

"Auch wenn die Wahrscheinlichkeit äußerst gering ist, dass eine Person, die sich in Westafrika an Ebola angesteckt hat, nach Wien einreist, ist es dennoch wichtig vorbereitet zu sein", weiß Dr. Karin Spacek, Wiener Landessanitätsdirektorin, und verweist auf die hohen Standards bei allen beteiligten Organisationen im Falle einer Infektionsbekämpfung.

So verfügt Wien über eine hochmoderne Infektionsabteilung mit einer Isolierstation im Kaiser-Franz-Josef-Spital und hat mit dem Hygienezentrum der Gesundheitsbehörde eine österreichweit einzigartige mobile Desinfektionseinheit. Diese wird unter anderem sowohl für die Desinfektion von Rettungswagen, der Dekontamination von Schutzkleidung als auch für Raumdesinfektionen mit Spezialgeräten eingesetzt.

Rasche Diagnose im Verdachtsfall wichtig

Eine Ebolainfektion beginnt mit Fieber und grippeähnlichen Beschwerden die auch Symptome einer anderen Erkrankung wie etwa bei Malaria sein können. Für die rasche Abklärung wird der Patient/ die Patientin unter Schutzvorkehrungen mit einem Rettungswagen der Wiener Berufsrettung in die Infektionsabteilung gebracht, wo unter Quarantäne die Diagnose gestellt wird. Personen, die mit dem Patienten/ der Patientin zum Zeitpunkt der Symptome Kontakt hatten, werden durch die Gesundheitsbehörde erhoben und ein Gesundheitscheck gemacht. Grundsätzlich ist mit der Isolierung und der Anwendung von Hygiene-Schutzmaßnahmen (wie Hand-, Augen-, Nasen-, Mundschutz) bei Pflege des Erkrankten/ der Erkrankten auch eine Ausbreitung einer Infektion zu verhindern. Da Ebola auch nicht über die Luft übertragen wird, ist der Infektionsschutz auch leicht umsetzbar.

Dies gilt natürlich nur bei einem funktionierenden Gesundheitssystem mit hohen Behandlungsstandards, einer aktiven Gesundheitsbehörde sowie bester medizinischer Infrastruktur.
In den von der Ebola-Epidemie aktuell betroffenen Regionen ist dies leider nicht der Fall und ist auch Grund für die schwierige Situation, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen.

Infektionsabteilung im Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ) mit höchsten medizinischen Standards

Die hochmoderne Infektionsabteilung mit einer Isolierstation im Kaiser Franz Josef Spital ist Teil der Intensivstation. Dabei ist sie getrennt von der Intensivstation durch eine Unterdruckschleuse begehbar. Das Personal wird hier kontinuierlich geschult und die Abläufe für den Ernstfall trainiert. ÄrztInnen und PflegemitarbeiterInnen schützen sich selbst mit einem flüssigkeitsdichten Schutzanzug, verwenden viruzide Desinfektionsmittel und eine Dekontaminationsdusche. Das Hygieneteam des Kaiser-Franz-Josef-Spitals überwacht die Einhaltung aller Arbeitsschritte. Die Isolierstation kann bei nicht infektiösen PatientInnen auch regulär für alle IntensivpatientInnen genutzt werden.

Schluss (red)

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