ÖAMTC: Sicherer Schulweg ist kein Kinderspiel

Schulbeginn fordert von Lenkern besondere Aufmerksamkeit

Wien (OTS) - In knapp zwei Wochen beginnt für die Kinder im Osten Österreichs wieder die Schule. "Langsam fahren und gegenüber den jungen und unerfahrenen Verkehrsteilnehmern besonders aufmerksam sein", lautet daher der Appell von ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger an alle motorisierten Verkehrsteilnehmer. "Denn Kinder haben noch kein vorausschauendes Gefahrenbewusstsein. Sie erkennen Gefahren erst dann, wenn es meist schon zu spät ist und sich Unfälle kaum mehr vermeiden lassen."

Noch immer verunglücken Jahr für Jahr zahlreiche Kinder am Schulweg. So gab es laut Statistik Austria im Jahr 2013 knapp 470 Schulwegunfälle. Dabei wurden über 500 Schüler zwischen sechs und 15 Jahren verletzt und eines getötet. Daher heißt es für Eltern, rechtzeitig das Gefahrenbewusstsein ihrer Sprösslinge zu schärfen. "Mögliche Gefahrenquellen am täglichen Schulweg gibt es genug", stellt die ÖAMTC-Expertin klar. Diese reichen von Einfahrten und geparkten Autos über Werbetafeln sowie Bepflanzungen bis hin zu Baustellen oder Mistkübeln. All das kann Kindern die Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen oder sie vor ihnen "verstecken". "Aber auch andere Ablenkungen wie beispielsweise Handyspielen beim Gehen, telefonieren oder Musik hören mit Kopfhörern sind nicht zu unterschätzende Gefahren", warnt Seidenberger. Auch dafür müssen Kinder unbedingt sensibilisiert werden.

"Durch die Beschäftigung mit dem Thema und das wiederholte Üben des richtigen Verhaltens im Straßenverkehr könnten viele Unfälle verhindert werden", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. "Wichtig ist daher, dem Kind das richtige Verhalten immer vorzuzeigen und mögliche Gefahrenquellen kindgerecht zu erklären."

Die wichtigsten Tipps der ÖAMTC-Verkehrspsychologin zur Unfallprävention

* Gemeinsam mit den Kindern wird die sicherste Route zur Schule festgelegt. Das muss nicht immer der kürzeste Weg sein. Kinder sollen die Fahrbahn so wenig wie möglich überqueren müssen. Lieber Fahrbahnüberquerungen bei Ampeln, Zebrastreifen, Unter- oder Überführungen wählen. "Wenn dadurch das Überqueren sicherer wird, sollte man unbedingt einen kleinen Umweg in Kauf nehmen", rät Seidenberger.

* Kinder lernen durch Beobachtung. Am besten ist, die Eltern machen die richtigen Verhaltensweisen vor und kommentieren die einzelnen Schritte: "Die Ampel steht auf 'Grün', trotzdem müssen wir zuerst stehen bleiben, weil wir auf die abbiegenden Autos oder Radfahrer achten müssen. Dabei ist es wichtig, dass du immer in beide Richtungen schaust, ob jemand kommt."

* Wichtig ist auch, dass sich die Erwachsenen dem Tempo des Kindes anpassen und von ihm führen lassen. "So finden sie heraus, wo möglicherweise noch zusätzliches Gefahrenpotenzial lauert", erklärt Seidenberger

* Aufgrund ihrer Körpergröße werden Kinder leichter übersehen. "Gerade im Herbst ist reflektierende Kleidung wichtig. Durch zusätzliches Reflektormaterial auf Schultasche oder Rucksack wird man von anderen Verkehrsteilnehmern schneller und besser wahrgenommen", sagt die ÖAMTC-Expertin.

* Das eingeschränkte Blickfeld von Kindern bedenken. Kindern fällt es zudem oft noch schwer, die Richtung zu bestimmen, aus der ein Geräusch, z.B. ein herannahendes Auto, kommt. Außerdem können die Kleinen Geschwindigkeiten von Autos und Bremswege schlecht einschätzen.

* Bewältigt das Kind den Schulweg bereits alleine, können sich Eltern von Zeit zu Zeit durch unbemerktes Beobachten des Kindes vergewissern, ob es sich auch an die vereinbarten Regeln hält.

* Besonders wichtig: Die Kleinen für richtige Verhaltensweisen loben und ihre tolle Leistung anerkennen.

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