• 15.08.2014, 13:01:34
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Pirklhuber: Agrar-Import-Stopp durch Russland offenbart Schwächen der exportorientierten EU-Agrarpolitik

Grüne fordern stärkere Ausrichtung der EU-Lebensmittelpolitik auf den Binnenmarkt

Utl.: Grüne fordern stärkere Ausrichtung der EU-Lebensmittelpolitik
auf den Binnenmarkt =

Wien (OTS) - "Der Agrarimport-Stopp für ausgewählte EU-Agrargüter
durch Russland offenbart die Schwächen einer auf Export
ausgerichteten EU-Agrarpolitik. Statt Lebensmittel zu Dumpingpreisen
auf den internationalen Märkten zu verschleudern, wäre es ein Gebot
der Stunde endlich die große Import-Abhängigkeit bei den
Eiweißfuttermitteln anzugehen", kritisiert Wolfgang Pirklhuber
Landwirtschaftssprecher der Grünen.

"Die Import-Abhängigkeit der EU bei Eiweißfuttermitteln beträgt etwa
92 % oder 40 Mio Tonnen jährlich. Für Österreich beträgt diese Lücke
jährlich 500.000 Tonnen Sojaextraktionsschrot oder eine Fläche von
200.000 Hektar. Die gesamte tierische Veredelung im Schweine- und
Geflügelbereich ist von diesen Importen abhängig. Würden 30 % der
Eiweiß-Futtermittel wieder in Europa produziert werden, so würden die
dafür nötigen Flächen dafür sorgen, dass Überschüsse in anderen
Sektoren erst gar nicht auftreten", informiert der Grün-Abgeordnete.

"Dies gilt übrigens auch für bestimmte Obst- und Gemüsesorten - hier
müsste die europäische Qualität stärker in den Mittelpunkt gestellt
werden, statt Apfelsaftkonzentrate aus China oder
Orangensaftkonzentrate aus Brasilien im großen Maßstab zu importieren
und damit europäische Waren zu verdrängen", argumentiert Pirklhuber.

"Die Aufstockung der Agrarkrisenreserve, wie von SPÖ-Agrarsprecher
Preiner gefordert, ist daher nur Symptombekämpfung und kein
effizienter Lösungsansatz. Kurzfristig ist die von der EU-Kommission
geplante Intervention bei verderblichen Frischeprodukten wohl
erforderlich, faktisch wird es jedoch mittelfristig zu einer Umgehung
der russischen Agrar-Importsperre durch den Export über Drittstaaten
kommen", ist der Abgeordnete der Grünen überzeugt.

"Langfristig wäre es daher sinnvoll angesichts immer volatilerer
Welt-Agrarmärkte und zunehmender internationaler Krisenphänomene auf
eine stärkere Binnenmarkt-Orientierung der EU-Agrarpolitik zu setzen.
Lebensmittel für etwa 500 Mill EU-Bürgerinnen und Bürger zu
produzieren sollte oberstes Ziel der EU-Landwirtschaftspolitik sein",
so Pirklhuber.

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