Gaza: Kinder und Familien kämpfen mit den Folgen von 28 Tagen der Gewalt und Zerstörung

Mindestens 429 Kinder getötet

Wien, Jerusalem (OTS) - Während die dreitägige Waffenruhe in Gaza zu Ende geht, kämpfen Kinder und Familien mit den Folgen von 28 Tagen der Gewalt und Zerstörung, die schätzungsweise 65.000 Menschen obdachlos machten.

"Von den letzten drei Konflikten in Gaza war dies der längste, tödlichste und destruktivste", sagte June Kunugi, Leiterin von UNICEF Palästina. "Er forderte ein Tribut an Menschenleben, das nicht in Worte zu fassen ist."

Mehr als ein Viertel der Einwohner des Gazastreifens wurden während des jüngsten Konflikts vertrieben. Die dreitägige Waffenruhe erlaubt Familien, ihre Häuser zu aufzusuchen, aber viele mussten in Sammelunterkünfte zurückkehren, als das ganze Ausmaß der Schäden an ihren Häusern deutlich wurde.

Die Überbelegung der Unterkünfte, viele von ihnen Schulen, macht es schwierig, die Familien mit Basisdiensten und Hygiene zu versorgen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Durchfall und Hauterkrankungen bei Kindern sind bereits auf dem Vormarsch.

Große Bereiche der Infrastruktur sind zerstört. 1,5 Millionen Menschen haben nur wenig oder gar keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Mangel an elektrischem Strom beeinträchtigt Trinkwasserverteilung, Sanitäranlagen und Gesundheitsdienste.

Rund 400.000 Kinder brauchen psychologische Hilfe. Bettnässen, Albträume, Angst und Verzweiflung gehören zu den häufigsten Symptomen.

Von den ersten Tagen der aktuellen Eskalation an hat UNICEF psychosoziale Notfallteams eingesetzt, um betroffene Kinder mit erster psychosozialer Unterstützung zu versorgen. 1.870 Kinder in Gaza wurden bisher erreicht.

UNICEF verteilte in Kooperation mit dem Palästinensischen Roten Halbmond bisher 1.500 Hygiene-Kits für Erwachsene, 1000 Baby-Hygiene-Kits, 1.388 Wasserkanister und 4.000 Decken. Die Verteilung von Kleidung für 24.000 Kinder und Frauen ist geplant.

"Die körperlichen und seelischen Wunden der Kinder zu heilen und die zerstörte Infrastruktur in Gaza wieder aufzubauen ist eine gigantische Aufgabe", sagte Kunugi.

Laut UNICEF wurden mindestens 429 Kinder im letzten Monat als Folge der Luftangriffe und Bombardements getötet. Mindestens 2.744 Kinder wurden verletzt. Einige dieser Kinder benötigen dringend Behandlungen in Spitälern außerhalb Gazas.

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Sylvia Trsek, 01/879 21 91-40, trsek@unicef.at

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