Busbranche fordert: Flexibilisierung der Lenk- und Ruhezeiten im Reiseverkehr

Treffen der Busverbände aus Deutschland, Schweiz, Luxemburg und Österreich - WKÖ-Horvath: Lenk- und Ruhezeiten praxisnah umgestalten; Branche bürokratisch entlasten

Wien (OTS/PWK527) - Einmal im Jahr treffen sich die
Verbandsspitzen der Busverbände aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Österreich (kurz D-A-CH-L) zum Informations- und Meinungsaustausch. "Ziel der Zusammenkunft ist es, eine gemeinsame Position zu aktuellen europäischen Gesetzesvorhaben abzustimmen und Aktionspläne im Interesse der Mitgliedsunternehmen zu entwickeln", erläutert Martin Horvath, Sprecher der österreichischen Busunternehmer in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich des diesjährigen D-A-CH-L Treffen, das auf Einladung der WKÖ-Berufsgruppe Bus in Wien stattgefunden hat. "Erfolgreiche Verbandsarbeit setzt voraus, dass das Busgewerbe mit einer Stimme spricht. Ich stimme mit Wolfgang Steinbrück (bdo, Deutschland), Jos Sales (FLEAA, Luxemburg) und Christophe Darbellay (ASTAG, Car Tourisme Suisse) überein, dass die diesbezüglichen Bemühungen der letzten Jahre sehr positiv zu bewerten sind. Die D-A-CH-L Treffen tragen entscheidend zur Umsetzung dieser Strategie bei", ergänzt Horvath.

Vor allem die unmittelbar bevorstehende Erhöhung des höchstzulässigen Gesamtgewichtes für 2-achsige Busse auf 19,5 Tonnen zeige, welche Erfolge auf Basis einer solchen Verbandsarbeit erzielbar sind, resümiert Horvath. Man werde den Weg des D-A-CH-L in Kooperation mit den Busverbänden der Nordischen Allianz (DK, Schweden, Norwegen, Island, FL und Estland) und der IRU (International Road Transport Union, Dachverband der europäischen Busbranche) fortsetzen. "Durch die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit auf internationaler Ebene haben wir in den vergangenen Jahren eine hervorragende Basis für eine erfolgreiche Interessenvertretung geschaffen. Diese gilt es nun auch gegenüber dem neu gewählten Parlament und der Europäischen Kommission weiter zu stärken", so der Branchensprecher.

Flexibilisierung der Lenk- und Ruhezeiten im Reiseverkehr notwendig

Neben der Forderung nach bürokratischer Entlastung der Branche -vor allem die Befreiung bzw. Vereinfachung und Harmonisierung der Mehrwertsteuer bzw. Abschaffung des Fahrtenheftes, stand auch das Thema "Lenk- und Ruhezeiten" im Mittelpunkt der Gespräche. Trotz der abwehrenden Haltung der EU-Kommission gegenüber der Branchenforderung nach Vereinfachung der 12 Tage Regelung, lassen sich die Busverbände nicht von ihrem Ziel einer flexibleren Gestaltung der Lenk- und Ruhezeiten für den Personenverkehr abbringen. Auf Initiative der Verbände führt die IRU eine Studie auf Basis einer Unternehmer- und Fahrerbefragung in fünf Mitgliedstaaten durch. Die Studie hat zum Ziel, die Meinungen der Busunternehmer und Busfahrer zum geltenden Rechtsrahmen sowie seine Auswirkungen auf die unternehmerischen Tätigkeiten und die Arbeitsbedingungen aufzuzeigen und Vorschläge für mögliche Veränderungen einzuholen. Ergebnisse sollen bereits im Herbst 2014 vorliegen. "Mit dieser repräsentativen Argumentationsgrundlage werden wir den Druck gegenüber der EU-Kommission aufrecht erhalten und die Gespräche mit den Sozialpartnern fortsetzen", so Horvath abschließend.

Zur österreichischen Bus-Branche

Die mehr als 1.300 österreichischen Busunternehmer (http://www.berufsgruppe-bus.at) betreiben eine Flotte von rund 9.000 Bussen. Mit diesen werden im Reiseverkehr jährlich über eine Million Gäste befördert sowie im öffentlichen Personennah- und Regionalverkehr auf der Straße mehr als die Hälfte aller 1,1 Milliarden Beförderungsfälle garantiert. Die Unternehmen investieren jährlich rund 225 Millionen Euro in ihren Fuhrpark. Der Bus ist mit 15g/CO2 pro Passagier/pro km das mit Abstand sauberste Straßenverkehrsmittel. Die geringen Schadstoffemissionen und die ständige Reduzierung der Geräusch-Emissionen unterstreichen den hohen ökologischen und ökonomischen Nutzen des Omnibusses gegenüber dem Individualverkehr. (ES)

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