Gefeierte "Il trovatore"-Generalprobe mit Netrebko, Domingo und Co.

Premiere am 9. August in Salzburg, ORF überträgt Verdi-Hit live in Ö1 und live-zeitversetzt am 15. August in ORF 2

Wien (OTS) - Man kann eindeutig von einer Luxusproduktion sprechen, denn hochkarätiger könnte die Besetzung von Giuseppe Verdis "Il trovatore" bei den Salzburger Festspielen nicht sein. Seit Monaten ist die Opernproduktion mit den Weltstars Anna Netrebko und Plácido Domingo restlos ausverkauft, doch der ORF überträgt die Neuinszenierung von Alvis Hermanis unter der musikalischen Leitung von Daniele Gatti am Pult der Wiener Philharmoniker als einen der Höhepunkte des diesjährigen ORF-Festspielprogramms und macht sie so einem weit größeren Publikum zugänglich. So sendet Ö1 die Premiere am Samstag, dem 9. August 2014, live um 19.00 Uhr; ORF 2 überträgt live-zeitversetzt am Freitag, dem 15. August, um 20.15 Uhr und in ORF III ist am Sonntag, dem 17. August, um 20.15 Uhr eine Aufzeichnung zu sehen. Das Publikum kann sich auf Operngenuss vom Feinsten freuen, wie die gestern, am Mittwoch, dem 6. August, stattgefundene, höchst umjubelte Generalprobe im Großen Festspielhaus zeigte.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "DAS Opernhighlight der Saison dank ORF-Übertragung in Österreich und weltweit in weiteren 30 Ländern"

"Das ist ganz große Oper voller Emotionen, kraftvoller Musik und großartiger Melodien, visuell höchst eindrucksvoll und durchaus aufwendig umgesetzt, verkörpert von den Größten der Großen ihres Fachs", sagt ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz. "Ich freue mich sehr, dass wir unserem Publikum im Rahmen eines rund 100 Stunden umfassenden ORF-Programmschwerpunkts zu den Salzburger Festspielen mit Verdis 'Il trovatore' DAS Opernhighlight der Saison präsentieren können. Dank der ORF-Übertragung kann diese außergewöhnliche Inszenierung mit ihrer sensationellen Besetzung österreichweit und -mit Unterstützung unserer Partner - auch weltweit in weiteren 30 Ländern genossen werden. Das ist öffentlich-rechtlicher Mehrwert in Reinkultur!", so Wrabetz.

Weltstars zwischen großen Gefühlen

Liebe, Eifersucht, Hass und Rache stehen im Zentrum von Verdis Opernhit, der am 19. Jänner 1853 im römischen Teatro Apollo mit Riesenerfolg uraufgeführt wurde. Die Geschichte spielt in Aragon zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Zwei Rivalen in der Politik werden auch zu Rivalen um die Gunst einer Frau. Nach Berlin, wo Plácido Domingo im Vorjahr sein Rollendebüt als Graf Luna gab, steht er nun wieder gemeinsam mit Anna Netrebko als Gräfin Leonora in dieser Oper auf der Bühne. Francesco Meli, dem ORF-Publikum bereits aus der Fernsehübertragung von Donizettis "Anna Bolena" 2011 - mit Netrebko in der Titelrolle - bestens bekannt, verkörpert die Figur des Manrico, des "Trovatore". Regie führt der Lette Alvis Hermanis, der bei den Salzburger Festspielen erstmals zwei Opern inszenierte - 2012 Bernd Alois Zimmermanns "Soldaten" und ein Jahr später Harrison Birtwistles "Gawain". Die Wiener Philharmoniker werden dirigiert von Daniele Gatti, der bei den Salzburger Festspielen zuletzt u. a. die vom ORF 2012 übertragene "La Bohème" ebenfalls mit Anna Netrebko leitete. "Il trovatore" ist für ihn ein Debüt.

Netrebko glücklich über "eine der schönsten Sopranrollen", Domingo von "tiefgründiger, dramatischer Geschichte" angetan

Als "eine der schönsten Sopranrollen überhaupt" bezeichnete Anna Netrebko im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag den Part der Leonora, an dem sie den musikalischen Facettenreichtum schätzt: "Ich mag an ihr besonders die Musik. Sie ist lyrisch, tragisch, aber auch heroisch, manchmal auch sehr leicht, weil sie so manche Koloraturen zu bieten hat. Sie hat starke Noten und Textzeilen. Ich bin sehr glücklich, sie singen zu können, aber auch aufgeregt." "Verdi hat einfach die besten Parts für jedes Stimmfach geschrieben", ergänzte "Graf Luna" Plácido Domingo. Dem immer wieder geäußerten Vorwurf, die Handlung der Oper sei zu verworren und berge dramaturgische Schwächen, konterte Domingo: "Das Libretto halte ich für sehr gut, weil es eine sehr tiefgründige, dramatische Geschichte erzählt."

Regisseur Hermanis und Dirigent Gatti machen Verdis "Traum" erlebbar Die größte Herausforderung für Regisseur Alvis Hermanis dabei ist, "dass die Musik aus dem 19. Jahrhundert eine Geschichte aus dem 15. Jahrhundert für ein Publikum aus dem 21. Jahrhundert erzählen muss. Ich habe versucht, ein Konzept zu finden, das all das berücksichtigt." So lässt Hermanis die Oper in einer modernen Pinakothek spielen, deren großformatigen Gemälde die unterschiedlichen Handlungsstränge visualisieren und als zweite Erzählebene lebendig werden. "Verdis 'Il trovatore' ist eine Art von Traum", so Dirigent Daniele Gatti. "Wir helfen dem Publikum, in diesen Traum zu gehen. Und wir arbeiten sehr hart daran."

ORF-Bildregisseurin Agnes Méth: "Da gibt's kein Nüsse-Holen dazwischen!"

Die Herausforderung, das künstlerische Konzept der Oper optimal für das Fernsehpublikum zu transportieren, hat ORF-Bildregisseurin Agnes Méth angenommen, die schon im Vorjahr Peter Steins Neuinszenierung des "Don Carlo" mit Jonas Kaufmann für den ORF aufbereitete. Keine leichte Aufgabe bei "Il trovatore", birgt doch das Bühnenbild mit den sich bewegenden Riesengemälden so manch technische Hürde. "Meine Aufgabe ist es, nach den Intentionen des Regisseurs, den Blick des Publikums dorthin zu führen, wo die Geschichte erzählt wird", berichtet Méth, die für die Übertragung neun Kameras einsetzt. "Der Zuseher muss dabeisitzen wie in einem Krimi, so als ob er mitten drin wäre. Da gibt's kein Nüsse-Holen dazwischen", so die temperamentvolle gebürtige Ungarin. Der ORF sendet bewusst erst die dritte Vorstellung: "Dritte Vorstellungen sind besser als jede Premiere! Da sind dann die übermäßige Konzentration und Anspannung vom Anfang weg. Und bei zweiten Vorstellungen ist meist erst mal die Luft draußen, bevor es dann mit der dritten besser als je zuvor weitergeht", weiß Méth.

Barbara Rett und Peter Schneeberger führen durch den hochkarätigen Opernabend - eine Koproduktion der Sender ORF, ZDF, ARTE und UNITEL Classica.
"Il trovatore" wird via TVthek.ORF.at als Live-Stream bzw. bis sieben Tage nach der Ausstrahlung als Video-on-Demand bereitgestellt.

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