ÖAMTC: Zwei Drittel aller Unfälle im Baustellenbereich sind Auffahrunfälle (+Fotos)

Club-Experte gibt Tipps für das sichere Passieren von Autobahn-Baustellenbereichen

Wien (OTS) - In Baustellenabschnitten auf Autobahnen und Schnellstraßen müssen Verkehrsteilnehmer mit besonderen Verkehrsbedingungen rechnen: Viele Verkehrszeichen in kurzer Abfolge, schmale bzw. verengte Fahrbahnen sowie Ein- und Ausfahrten für Baustellenfahrzeuge erfordern höchste Konzentration. Aktuell erstrecken sich die Baustellenabschnitte auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen über rund 190 Kilometer (ca. 8,6 Prozent des gesamten hochrangigen Netzes). Von 2007 bis 2013 (Quelle: Statistik Austria) ereigneten sich in Baustellenabschnitten insgesamt 488 Unfälle. Elf Personen kamen dabei ums Leben, 740 weitere wurden verletzt. "Die mit Abstand häufigste Unfallart sind Auffahrunfälle. Diese machen rund zwei Drittel aller Unfälle aus", so ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte David Nosé. "Gerade im Ein- und Ausfahrtsbereich - zwischen langsam fahrenden, abrupt bremsenden oder noch einfahrenden Fahrzeugen - besteht vor allem auf einspurigen Abschnitten oft keine Ausweichmöglichkeit. Die Einhaltung eines entsprechenden Sicherheitsabstandes ist also generell und vor allem im Baustellenbereich sehr wichtig."

Infolge strengerer Richtlinien und Sicherheitsüberprüfungen hat sich die Baustellensicherheit für Verkehrsteilnehmer und für dort arbeitende Personen wesentlich erhöht. "Baustellen werden eher als Einschränkung des Fahrkomforts - Geschwindigkeitsreduktionen, Zeitverlust etc. - denn als Sicherheitsproblem erlebt", schildert der ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte. Dass aber weiterhin die volle Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer sowie eine korrekte Baustelleneinrichtung gefordert sind, zeigte der tödliche Verkehrsunfall vergangenen Freitag im Baustellenbereich auf der A2 bei Leobersdorf. Hier die ÖAMTC-Tipps für sicheres Fahren im Baustellenbereich:

* Geschwindigkeitsbeschränkungen einhalten und auf Hinweiszeichen achten.

* Im Falle einer Fahrstreifenreduktion kommt das Reißverschlusssystem zur Anwendung.

* Abstand halten und vorausschauend fahren. Vor allem einspurige Verkehrsführungen bieten in Notfallsituationen keine Ausweichmöglichkeiten.

* Ablenkungen wie das Bedienen des Radios oder das Tippen auf dem Navi vermeiden und volle Konzentration auf das Fahren.

* Die rechte Spur ist meist breiter als die linke. "Wer sich beim Fahren unsicher fühlt, sollte deshalb auf der rechten Spur bleiben", rät der ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte.

* Vorsicht ist geboten, wenn ein Lkw oder ein anderes längeres Gespann in einen Verschwenkbereich - der Versatz von Fahrspuren, entweder auf der gleichen Fahrbahn oder auf die Gegenfahrbahn -einfährt. Lkw brauchen mehr Platz, was bei einer ohnehin engen Streckenführung für Fahrzeuge auf gleicher Höhe gefährlich werden kann.

Ausnahmesituationen im Baustellenbereich

* Vorsicht bei Nachtbauarbeiten: "Insbesondere die Übergänge von beleuchteten Arbeitsstellen hin zu unbeleuchteten Abschnitten erfordern erhöhte Achtsamkeit", so der ÖAMTC-Experte.

* Richtig handeln im Pannenfall: Kommt es im Baustellenabschnitt zur Panne, Warnblinkanlage einschalten und versuchen, das Fahrzeug außerhalb der Fahrspuren - etwa zwischen zwei Baken - abzustellen. Wenn keine Pannenbuchten vorhanden oder erreichbar sind, sofort das Fahrzeug verlassen, Warnweste anziehen und sich einen sicheren Platz auf der dem Verkehr abgewandten Seite suchen.

* Baustellen im Ausland: Wer ins Ausland fährt, sollte sich schon vorab über Baustellen informieren. "In anderen Ländern muss man mit abweichenden Regelungen rechnen. Andersfarbige Fahrbahnmarkierungen oder in Österreich nicht angewendete Verkehrszeichen sind möglich", sagt der ÖAMTC-Experte.

Aktuelle Verkehrs- und Baustelleninfos für Österreich findet man auf der ÖAMTC-Homepage unter www.oeamtc.at/verkehr.

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