ÖH: Soziale Selektion im Medizinstudium muss bekämpft werden

Probleme bei Aufnahmetest (MedAT) und Praxisjahr (KPJ)

Wien (OTS) - Die ÖH reagiert kritisch auf die heute veröffentlichten Ergebnisse des Medizin-Aufnahmetests: "Soziale Durchmischung im Medizinstudium ist so gut wie nicht gegeben. Schon die teuren Vorbereitungskurse und die Anreise zum Aufnahmetest stellen Studierende vor finanzielle Herausforderungen", bemerkt Julia Freidl vom ÖH-Vorsitzteam. "Abschreckend wirkt dies auf sozial Schwache. Besonders problematisch sind die zu entrichtenden Testgebühren. Über 100 Euro sind zu bezahlen - bei positivem oder negativem Testergebnis - Geld gibt es keines zurück."

Die ÖH weist noch einmal auf die Probleme im Praxisjahr hin. "Von Beginn an ist das Studium von sozialer Selektion und finanzieller Ausbeutung gekennzeichnet. Studierende können durch die hohe Arbeitszeitbelastung im Klinisch-Praktischen Jahr nebenbei nicht erwerbstätig sein. Die Praxis fällt in eine Zeit, in der durch die gesenkte Altersgrenze kaum noch Studierende Familienbeihilfe beziehen. Andere Förderungsstipendien gibt es kaum", so Freidl.

Die ÖH fordert daher finanzielle Absicherung für alle Studierenden. "Durch eine Erhöhung der Beihilfen und eine Verlängerung der Bezugsdauer könnte sozial schwächeren Studierenden die gleiche Chance auf universitäre Bildung gegeben werden. Das Medizinstudium darf nicht einer finanzstarken Elite überlassen werden", ist sich Freidl sicher, "wir fordern die Abschaffung von Aufnahmetests und eine Aufwandsentschädigung von 650Euro im KPJ. Studieren muss für alle leistbar sein."

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