VSStÖ: Von Aufnahmetests, KPJ und anderem Wahnsinn

Aufnahmetests und KPJ zeigen den akuten Handlungsbedarf um Verbesserungen auf den Medizin Universitäten zu erwirken

Wien (OTS) - "Aufnahmetests stellen in allen Studien soziale Barrieren dar" kritisiert Rasha Abd El Mawgoud, Vorsitzende des Verband Sozialistischer Student_innen die soziale Selektion bei Aufnahmetests. "Wer es sich leisten kann, macht einen überteuerten Vorbereitungskurs. Doch dies ist nur die erste von vielen sozialen Hürden die den Studierenden im Laufe ihres Studiums in den Weg gestellt werden. Studiengebühren, unbezahlte Pflichtpraktika und ähnliches hindern vor allem Studierende aus sozial schwächeren Schichten daran, das Studium ihrer Wahl zu beenden"

"Wiedereinmal zeigt sich, dass der österreichische Medizin Aufnahmetest Frauen diskriminiert. Begrüßenswert ist, dass das Geschlechterverhältnis der tatsächlich zum Studium zugelassenen Studierenden ausgewogener als letztes Jahr ist. Wenn man allerdings etwas genauer hinsieht und die Zahlen der Bewerberinnen mit denen der Bewerbern vergleicht, lässt sich leicht feststellen dass mit Abstand mehr weibliche als männliche Kandidat_innen zum Aufnahmeverfahren angetreten sind. Hier zeigt sich Jahr für Jahr dass Frauen von Zugangsbeschränkungen am stärksten betroffen sind. Dieser offenen Diskriminierung von Frauen muss endlich ein Ende gesetzt werden", ärgert sich auch Lukas Wedrich vom Vorsitzteam der ÖH Medizin Wien.

"Für uns ist klar, dass soziale und geschlechtsspezifische Selektion an Österreichs Universitäten endlich ein Ende haben muss. Die Rektoren der Medizinuniversitäten müssen endlich einsehen, dass die einzige Möglichkeit die Abschaffung des Aufnahmetestes ist", fügt Rasha Abd El Mawgoud hinzu.

"Auch das Klinisch-Praktische Jahr muss in diesem Zusammenhang kritisiert werden. Das KPJ ist kein offizielles Anstellungsverhältnis. Die Betroffenen sind weder durch die Krankenanstalt versichert und noch arbeitsrechtlich geschützt. Die Studierenden werden in eine ärgerliche und für die meisten schlicht nicht mit ihrer Lebensrealität zu vereinbarende Lage gedrängt", so Jakob Mandl Vorsitzender der ÖH Medizin Graz.

"Wir unterstützen daher die ÖH in ihrer Forderung, das KPJ neu auszugestalten. Dass Studierende im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum absolvieren müssen, das nicht nur unbezahlt sondern auch ohne jegliche soziale Absicherung und arbeitsrechtlichen Schutz ist, ist schlicht inakzeptabel und keinesfalls mit sozialdemokratischen Werten vereinbar. Hier ist auch die SPÖ gefragt, schnellstmöglich zu handeln um diese Missstände aufzuheben und angemessene Arbeitsbedingungen einzuführen", so Rasha Abd El Mawgoud abschließend.

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