Hilfswerk fordert stärkeren Ausbau von Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter

Präsident Othmar Karas trifft Familienministerin Sophie Karmasin in Mondsee

Wien (OTS) - Bei einem sommerlichen Treffen in Mondsee (OÖ) am 4. August waren sich Hilfswerk-Präsident Othmar Karas und Familienministerin Sophie Karmasin einig: "Eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung hilft allen Familien!". Karas begrüßte den von Karmasin initiierten verstärkten Ausbau der Kinderbetreuung, vor allem die Fördermöglichkeiten für die Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter. Dennoch sorgt sich der Hilfswerk-Präsident um die Zukunft der bewährten und beliebten Form der Kinderbetreuung.

"Durch die neue 15a-Vereinbarung von Bund und Ländern soll bis 2017 das Barcelona-Ziel erreicht werden, dass 33% der Unter-3-Jährigen einen Betreuungsplatz haben. Österreich ist da leider noch Nachzügler", so Karas. "Positiv ist, dass die Bundesländer mit dem Bundeszuschuss auch die Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter fördern können. Dies entspricht einer Forderung des Hilfswerks, die wir vor der Bildung der neuen Bundesregierung gestellt haben. Doch wir hätten uns diesbezüglich auch verbindliche quantitative Zielvorgaben gewünscht", so Karas. Er appelliert an die Bundesländer, bei den möglichen Förderungen beherzt zuzugreifen und das Angebot der Tagesmütter und -väter stärker als bisher zu forcieren. "Gerade in ländlichen Gebieten können Gemeinden sehr rasch Kinderbetreuungsplätze bei Tagesmüttern und -vätern schaffen und auf einen schwankenden Bedarf reagieren", so Karas.

Aktuelle 15a-Vereinbarung: Nachbesserung bei Tagesmüttern und -vätern erwünscht

Zwei konkrete Nachbesserungen wünscht sich Othmar Karas bezüglich der 15a-Vereinbarung: "Derzeit sind zwar Zuschüsse zu Lohnkosten und Administration für Angestellte vorgesehen, aber wir müssen auch mehr für unsere selbständigen Tagesmütter und -väter tun. Wir würden uns wünschen, dass auch sie dabei unterstützt werden, sich sozialrechtlich abzusichern. Wir achten bei unseren selbständigen Tagesmüttern und -vätern ebenso wie den angestellten auf eine einwandfreie fachliche Ausbildung, eine laufende fachliche Begleitung und auf entsprechende Qualität. Beide Formen haben ihre Meriten für alle Beteiligten und müssen möglich sein. Was uns darüber hinaus insgesamt wichtig wäre, ist, dass die vorgesehen Zuschüsse für Qualitätsverbesserungen nicht nur für Investitionen im Zuge der Schaffung neuer Betreuungsplätze gegeben werden, sondern auch, wenn bei bereits tätigen Tagesmüttern und -vätern Investitionen in diesem Sinne vorgenommen werden", so Karas.

Wissenschaft: Kinderbetreuung durch Tagesmütter bei Kleinkindern ideal

Der Hilfswerk-Präsident betonte einmal mehr die Vorteile der Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter: "Gerade für die ganz Kleinen ist die Betreuung durch Tagesmütter und -väter oft die pädagogisch ideale Betreuungsform. Durch die geringe Gruppengröße und die konstante Bezugsperson haben die Tagesmütter und -väter hervorragende Möglichkeiten, laufend auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes einzugehen und eine gute, vertrauensvolle Bindung zu schaffen", so Karas. "Die Wissenschaft bestätigt uns, dass Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter punkto Bindung im Bereich der ganz Kleinen anderen Betreuungsformen klar überlegen ist. Die Bindungsqualität ist für die frühkindliche Entwicklung und Bildung von ganz entscheidender Bedeutung", so Karas weiter. Darüber hinaus böten Tagesmütter und -väter auch entscheidende Vorteile für die Eltern - wie beispielweise die individuelle Abstimmung der Betreuung und flexible Betreuungszeiten.

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