"Weltjournal" am 6. August: Christian Schüller porträtiert "sein Istanbul"

"WELTjournal +" über "Schnäppchenurlaub Türkei: Sonne, Strand und Hungerlohn"

Wien (OTS) - Vier Tage vor den ersten direkten Präsidentschaftswahlen führt Türkei-Korrespondent Christian Schüller im Städteporträt "Mein Istanbul" am Mittwoch, dem 6. August 2014, um 22.25 Uhr in ORF 2 durch die Millionenmetropole am Bosporus, die seit drei Jahren seine zweite Heimat ist. Um 23.00 Uhr folgt die "WELTjournal +"-Dokumentation "Schnäppchenurlaub Türkei: Sonne, Strand und Hungerlohn". Das nächste Städteporträt - "Mein Budapest" mit Ernst Gelegs - zeigt das "Weltjournal" am 20. August.

Weltjournal: "Mein Istanbul"

Was gestern noch da war, kann in Istanbul heute schon wieder verschwunden sein. Ob es sich um ein Lokal handelt, ein Wohnhaus, eine Straße oder eine soziale Bewegung - die Stadt verändert sich beinahe im Stundentakt. Die türkische Gesellschaft ist heute von tiefen Spannungen geprägt: zwischen Modernisierung und Tradition, weltlicher und religiöser Lebensauffassung, zwischen dem "großen Geld" und den "kleinen Leuten". Während neue Millionäre das teure Pflaster im Zentrum der Stadt für ihre Großprojekte beanspruchen, kämpfen Zivilgesellschaft und Regierung um jeden Zentimeter Freiheit.

Christian Schüller zeigt nicht nur seine bevorzugten Plätze und Restaurants mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten, er zeigt auch die Menschen der Stadt: den kleinen Lebensmittelhändler, dessen Laden einem milliardenschweren Stadterneuerungsprojekt weichen muss, den Bosporus-Fischer, der den umstrittenen Ministerpräsidenten Erdogan verehrt, die muslimische Feministin, die das Kopftuch mit einem weltoffenen Lebensstil verbinden will, den jüdischen Geschäftsmann, dessen Familie aus der Habsburgermonarchie stammt und der sich als Altösterreicher aus Istanbul versteht.

WELTjournal +: "Schnäppchenurlaub Türkei - Sonne, Strand und Hungerlohn"

Österreicher und Deutsche zieht es in Massen an die türkische Riviera, wo sich die Bettenburgen dicht aneinanderreihen. Versprochen wird Luxusurlaub zum Schnäppchenpreis. Doch hinter den glitzernden Fassaden der neuen Hotels verbirgt sich eine knallharte Kalkulation:
Umweltstandards sind niedrig, die Löhne ebenfalls. Wer sich dagegen wehrt, wird entlassen. Die türkische Tourismus-Gewerkschaft Oleyis klagt seit Jahren, dass ihre Mitglieder in türkischen Fünf-Sterne-Hotels massiv unter Druck gesetzt werden.

Durch die Wirtschaftskrise ist der Kampf um den Gast noch härter geworden. Um Touristen anzulocken, werden die Preise weiter gesenkt -auf Kosten von Hunderttausenden Beschäftigten, deren Löhne weiter sinken. Zwar gibt es in der Türkei einen gesetzlichen Mindestlohn, doch der reicht kaum zum Überleben und wird oftmals nicht einmal bezahlt. Viele Türken halten den ausufernden Massentourismus und die All-inclusive-Angebote inzwischen eher für einen Fluch als einen Segen, erzählen sie im "WELTjournal +". Denn die ausländischen Gäste lassen kaum noch Geld in Geschäften und Restaurants, die außerhalb des Hotelbereichs liegen. Die Frustration über die Schnäppchenjäger aus dem Ausland wächst.

Beide Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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