Steinbichler: "Kommunalkredit mit positivem Halbjahresergebnis"

Kommunalkredit Austria veröffentlicht das Halbjahresergebnis 2014

Wien (OTS) -

  • Halbjahresergebnis vor Steuern mit EUR 11,0 Mio. positiv
  • Hohe Portfolioqualität; keine Kreditausfälle; NPL-Ratio 0,0
  • Starke Basel III-Eigenmittelbasis; Kernkapitalquote 15,5 %; Gesamtkapitalquote 22,1 %

Die Kommunalkredit Austria (KA) hat heute das Halbjahresergebnis vorgelegt. Der Gewinn vor Steuern beträgt EUR 11,0 Mio.; nach Steuern EUR 8,4 Mio. Damit konnte der positive Trend des zweiten Halbjahres 2013 fortgesetzt werden. Das Jahresergebnis 2013 betrug EUR 20,4 Mio. vor Steuern bzw. EUR 5,1 Mio. nach Steuern, während das Halbjahresergebnis 2013 aufgrund negativer Einmaleffekte einen Verlust von EUR -5,6 Mio. vor Steuern bzw. EUR -16,8 Mio. nach Steuern auswies.

Die KA operiert seit Juli 2013 auf Basis der EU-Abänderungsentscheidung zum Restrukturierungsplan vom März 2011; demzufolge dürfen keine neuen Finanzierungen durchgeführt werden. Das Halbjahresergebnis 2014 resultiert aus der fortgesetzten Betreuung des bestehenden Finanzierungsportfolios von EUR 9,9 Mrd., davon EUR 6,4 Mrd. an österreichische Kommunen und Infrastrukturprojekte. Bestehende Kreditzusagen werden ebenso voll bedient. Der EU-Abänderungsentscheidung entsprechend refinanziert sich die Bank weiterhin unabhängig von staatlicher Unterstützung auf dem freien Markt. Die Aktivitäten im Beratungs- und Förderungsmanagement bleiben zudem weiterhin aufrecht. Die 90 %-Tochtergesellschaft Kommunalkredit Public Consulting (KPC) hat im ersten Halbjahr ein Förderungsvolumen in Höhe von EUR 146,5 Mio. abgewickelt.

Die EU-Abänderungsentscheidung ermächtigt die Republik Österreich zum Verkauf der von ihr gehaltenen Anteile von 99,78 % im Ausmaß von bis zu 50 % der Aktiva zum 19. Juli 2013, das sind maximal EUR 5,8 Mrd. Die Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes (FIMBAG), die treuhändische Eigentümerin für die Republik Österreich, ist mit der Prüfung der möglichen Umsetzung einer derartigen Transaktion betraut.

Bilanzstruktur

Die IFRS-Bilanzsumme der KA-Gruppe betrug zum 30. Juni 2014 EUR 12,4 Mrd. und hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2013 (EUR 12,3 Mrd.) in Folge von IFRS-Bewertungseffekten leicht um 0,3 % erhöht. Die KA verfügt über eine solide Eigenkapitalausstattung mit Eigenmitteln von EUR 361,0 Mio. (1.1.2014: 361,0 Mio.; 31.12.2013:
EUR 391,6 Mio.) bzw. einem Common Equity Tier 1 von EUR 253,1 Mio. (1.1.2014: 252,9 Mio.; 31.12.2013: EUR 282,9 Mio.); auf dieser Basis ergab sich zum 30. Juni 2014 eine Eigenmittelquote von 22,1 % sowie eine Common Equity Tier 1-Ratio von 15,5 % (1.1.2014: 21,8 %; 31.12.2013: 25,8 % bzw. 1.1.2014: 15,3 %; 31.12.2013: 18,6 %). Die Berechnung der Kapitalquoten erfolgt seit dem 1. Jänner 2014 nach den Bestimmungen von Basel III (CRR I / CRD IV). Die KA erfüllt per 30. Juni 2014 sämtliche Basel III-Kapitalerfordernisse.

Die Refinanzierung der KA erfolgt ohne staatliche Unterstützung auf dem freien Markt; Covered Bonds, Senior Unsecured-Emissionen und Kundeneinlagen sind die wesentlichen Komponenten der Liquiditätsstrategie der KA. Das Volumen an Kundeneinlagen, v. a. von institutionellen Kunden, belief sich zum 30. Juni 2014 auf EUR 1,2 Mrd. Kurzfristige Liquidität wird zusätzlich über EZB-Tender, Repos und Interbankeinlagen generiert. Insgesamt verfügt die KA somit über eine solide Liquiditätssituation ohne Erfordernis für staatliche Unterstützungsmaßnahmen.

Die Abänderungsentscheidung der Europäischen Kommission (EK) vom 19. Juli 2013 ermächtigt die KA, im Bedarfsfall von der Republik Österreich Eigenkapital- und Liquiditätsunterstützung zu beziehen; auf Basis vorliegender Plandaten wird bei stabiler Marktlage aus heutiger Sicht kein derartiger Unterstützungsbedarf erwartet.

Kreditqualität

Die breite Kundenbasis im öffentlichkeitsnahen Sektor reflektiert sich in einem stabilen Portfolio mit hoher Kreditqualität. Die KA verzeichnete im ersten Halbjahr 2014 keine Kreditausfälle; die Non Performing Loan (NPL)-Ratio betrug damit weiterhin 0,0 %. Die hohe Portfolioqualität reflektierte sich auch in der Ratingverteilung:
94,7 % des Portfolios befinden sich im Investmentgrade-Bereich, wobei sich der AAA/AA-Anteil des Gesamtportfolios von 65,7 % auf 68,0 % erhöhte; das kapitalgewichtete Durchschnittsrating für das Gesamtportfolio betrug AA- (nach S&P-Ratingskala).

Ertragslage

Das Zinsergebnis lag mit EUR 12,3 Mio. deutlich über dem Halbjahresergebnis des Vorjahres von EUR -7,5 Mio., welches durch negative Einmaleffekte von EUR -19,7 Mio. belastet war.

Das Provisionsergebnis von EUR 7,7 Mio. hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 (EUR 7,5 Mio.) leicht erhöht und reflektiert insbesondere die Umsatzerlöse aus dem Förderungs- und Beratungsmanagement von EUR 7,5 Mio.

Das Handels- und Bewertungsergebnis ist mit EUR 8,0 Mio. (HJ 2013:
EUR 15,6 Mio.) positiv und reflektiert vor allem Einnahmen aus Aktivaverkäufen im Rahmen von Bilanzrestrukturierungsmaßnahmen.

Der Netto-Verwaltungsaufwand konnte gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um EUR 1,0 Mio. bzw. 4,4 % auf EUR 21,9 Mio. (HJ 2013: EUR 22,9 Mio.) reduziert werden. Nach dotierten Ertragsteuern von EUR 2,6 Mio. resultiert ein Periodengewinn nach Steuern von EUR 8,4 Mio.

UGB/BWG

Die Bilanzsumme der KA auf Einzelbasis nach UGB/BWG lag zum 30. Juni 2014 bei EUR 10,5 Mrd. (31.12.2013: EUR 10,8 Mrd.). Das Periodenergebnis nach UGB/BWG zum 30. Juni 2014 war wie im Vorjahr ausgeglichen. Die Risikovorsorge gem. § 57 Abs. 1 BWG wurde dabei im ersten Halbjahr um EUR 7,6 Mio. oder 21 % auf EUR 43,2 Mio. erhöht.

Rating

Die KA hat von Fitch Ratings ein langfristiges Rating von A und ein kurzfristiges Rating von F1. Die Ratings wurden zuletzt am 26. März 2014 bestätigt, jedoch gleichzeitig das langfristige Rating auf "Negative Outlook" gesetzt; dies stand in Zusammenhang mit einer übergreifenden Ratingaktion für 18 staatlich-unterstützte Banken im EU-Raum und wurde mit der fortschreitenden Umsetzung der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) begründet, deren tatsächliche Ausgestaltung noch der Umsetzung in nationales Recht unterliegt.

Moody's Investors Service hat das langfristige Rating der KA am 20. Juni 2014 von Baa3 um eine Stufe auf Ba1 gesenkt; das kurzfristige Rating wurde von P-3 auf NP herabgestuft; dies erfolgte gemeinsam mit der Herabstufung von weiteren elf österreichischen Emittenten in Folge einer von der Bundesregierung eingebrachten und seither beschlossenen Gesetzesvorlage bezüglich der nachrangigen Verbindlichkeiten eines österreichischen Kreditinstituts.

Der Rating-Vertrag mit Moody's für unbesicherte Refinanzierungsinstrumente wurde vor Durchführung der Herabstufung seitens der KA mit Wirkung vom 20. Juni 2014 gekündigt; die jeweiligen Ratings von Moody's sind daher nicht mehr von der KA beauftragt, werden von Moody's jedoch weiterhin veröffentlicht. Das Rating für fundierte Anleihen wurde beibehalten und am 23. Juni 2014 von Aa2 auf Aa3 "Review for Downgrade" herabgestuft.

Ausblick

Nach der Abänderungsentscheidung der Europäischen Kommission (EK) vom 19. Juli 2013 sowie der damit verbundenen Einstellung des Finanzierungsneugeschäfts liegt der Fokus der KA insbesondere auf den nachfolgenden Aktivitäten:

  • fortlaufende ordnungsgemäße Bedienung bestehender Finanzierungen sowie Finanzierungszusagen
  • marktseitige Refinanzierung der Bank (Geld-, Kapitalmarkt- und Kundeneinlagengeschäft) ohne staatliche Zuschüsse
  • fortlaufende Optimierung und Abbau der Bilanzstruktur inklusive entsprechender Aktivaverkäufe
  • Beratungsdienstleistungen für das gesamte kommunale und infrastrukturelle Umfeld
  • Förderungsmanagementprogramme der KPC

Infolge neuer aufsichtsrechtlicher Regeln, wie etwa Net Stable Funding-Ratio, wird zukünftig die langfristige Finanzierung von Infrastruktur über die Bankbilanz nur mehr begrenzt möglich sein und damit die Bedeutung von institutionellen Investoren wie Versicherungen, Fonds etc. in diesem Bereich deutlich steigen. Der Fokus der KA wird daher auf der Beratung und Strukturierung von Infrastrukturprojekten liegen, um Kunden, Projektsponsoren und Projekterrichter sowie institutionelle Investoren in diesem neuen Umfeld zu unterstützen.

Nach dem positiven Trend im ersten Halbjahr wird auch für das Gesamtjahr 2014 mit einem positiven IFRS-Ergebnis gerechnet; das UGB-Ergebnis wird, den EK-Vorgaben entsprechend, wiederum ausgeglichen erwartet. Das Ausschüttungsverbot auf gewinnabhängige Eigenmittelinstrumente bleibt gemäß der Ad-hoc-Meldung vom 19. Juli 2013 weiterhin aufrecht, sodass auch für das Geschäftsjahr 2014 keine Ausschüttungen an gewinnabhängige Titel erfolgen werden.

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