Medizinstudierende stehen durch Klinisch-Praktisches Jahr vor dem finanziellen Aus

Jede_r vierte Medizinstudierende wird vom Ausland abgeworben

Wien (OTS) - Die Hochschüler_innenschaften der Medizin Universitäten Wien, Graz und Innsbruck, sowie die ÖH Bundesvertretung schlagen Alarm: Jede_r vierte Medizinstudierende geht für das letze Ausbildungsjahr ins Ausland. Grund dafür sind die fehlende soziale Absicherung und die nicht vorhandene Bezahlung im ersten Arbeitsjahr an heimischen Krankenhäusern. "Medizinstudierende stehen durch das Klinisch-Praktische Jahr vor dem finanziellen Aus", sind sich die Hochschüler_innenschaften einig.

Studierende können durch die hohe Arbeitszeitbelastung im Klinisch-Praktischen Jahr nebenbei nicht erwerbstätig sein. "Das KPJ fällt in eine Zeit, in der durch die gesenkte Altersgrenze kaum noch Studierende Familienbeihilfe beziehen. Andere Förderungsstipendien sind für fast niemanden zugänglich", betont Sarah Schober vom Vorsitzteam der ÖH Medizin Wien. Eine aktuelle Umfrage an der Medizinischen Universität Wien hat ergeben, dass jede_r zweite Betroffene durch das KPJ eine finanzielle Mehrbelastung hat. "12% gaben an, sogar einen Kredit aufnehmen zu müssen, um das Studium in Mindeststudienzeit absolvieren zu können", so Schober.

Auch die Medizinischen Universitäten in Graz und Innsbruck sind betroffen. Jakob Mandl von der ÖH Medizin Graz spricht vor allem von der rechtlichen Grauzone in der sich die Studierenden befinden: "Das KPJ ist offiziell kein Anstellungsverhältnis. Die Betroffenen sind durch die Krankenanstalt nicht versichert und nicht arbeitsrechtlich geschützt." Florian Schlader vom Vorsitz der ÖH Medizin Innsbruck ergänzt: "Durch die fehlende Bezahlung entsteht ein Markt um die Studierenden. Vorarlberg ist das einizige Bundesland, das eine Besoldung für die KPJ-Studierenden vorsieht. Es braucht aber eine flächendeckene Lösung für ganz Österreich."

Florian Kraushofer von der Bundes-ÖH pocht auf ein Bekenntnis der Bundesregierung: "Das ewige Herumschieben der Verantwortung zwischen Wissenschafts- und Gesundheitsministerium muss endlich ein Ende haben. Wir fordern die soziale Absicherung aller Medizinstudierenden im KPJ, die Einführung einer verpflichtenden Aufwandsentschädigung von 650Euro und die Implementierung des Begriffs "KPJ-Student_in" in §49 Ärztegesetz."

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