Neues Volksblatt: "Evaluierung" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 2. August 2014

Linz (OTS) - Es ist schon schlau, dass man Dinge, bevor man sie einführt, prüft. Es ist allerdings nicht so schlau, wenn man das Ergebnis der Prüfung nicht mehr abwartet, sondern es trotzdem einführt. Und es ist schon fast blöd, dass, wenn das Ergebnis der Prüfung dann da ist, man nichts ändert. Doch genau das kündigt SPÖ-Schulministerin Heinisch-Hosek an. Wenn sich bei der Evaluierung der Neuen Mittelschule herausstelle, dass das eine oder andere verbesserungswürdig sei, sei die Ministerin gerne bereit, das zu diskutieren. Sie werde also diskutieren, ein Ausbaustopp sei aber jedenfalls ausgeschlossen und es sei unseriös, "das pädagogische Konzept vorzuverurteilen", ließ die Ministerin gestern ausrichten. Selbstverständlich muss man die Ergebnisse und den Bericht erst abwarten und darf das pädagogische Konzept nicht vorverurteilen. Doch einen Ausbaustopp von vornherein abzulehnen ist mindestens genauso unseriös. Sollte die Ministerin von vornherein vorgehabt haben, dass die wissenschaftliche Evaluierung nur eine Debattiergrundlage liefern soll und gewisse Konsequenzen ausgeschlossen sind, hätte man sich das Geld für die Evaluierung sparen können.
Übrigens: Noch ist völlig unklar, wie die Ministerin ihre Sparvorgaben im kommenden Jahr erfüllen will. Vermutlich reicht es, wenn sie alle ausstehenden Evaluierungen einfach stoppt. Brauchen tut sie die Berichte offensichtlich eh nicht.

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