Das mumok trauert um Harun Farocki

Wien (OTS) - Harun Farocki (1944-2014) zählte zu den wichtigsten Vertretern des zeitgenössischen Films in Deutschland. Seit Mitte der 1990er-Jahre war der kritische Denker und Praktiker vor allem mit dokumentarischen Videoinstallationen immer wieder in namhaften internationalen Ausstellungshäusern und Galerien präsent. In seinen Arbeiten hinterfragte Farocki, der als Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien eng mit der lokalen Kunstszene verbunden war, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen.

2007 widmete das mumok Harun Farocki eine Einzelausstellung. Unter dem Titel "Nebeneinander" verband er damals eindrucksvoll die Präsentation der Filminstallation "Vergleich über ein Drittes" (2007) mit einer Neuinstallation der Videotrilogie "Auge/Maschine" (2000-2003). In letzterer beschreibt Farocki die Macht und Möglichkeiten der "intelligenten" Bildverarbeitung und geht der Frage nach, wie militärische Bildtechnologien in das Zivilleben Eingang finden. Im Zentrum der Filminstallation "Vergleich über ein Drittes" - zum erstem Mal im mumok öffentlich gezeigt - steht der Begriff der Arbeit. Am Beispiel der Produktion von Ziegelsteinen stellt Farocki die Konsequenzen von Rationalisierungs- und Automatisierungsprozessen zur Diskussion.

Auch im mumok kino war Harun Farocki immer wieder ein hochgeschätzter Gast und mit zahlreichen Filmarbeiten vertreten. Zuletzt erst im Frühling dieses Jahres mit einem Beitrag zur Filmreihe "Die Referenz ist super. Bewegtbildessays im Kontext".

Die MitarbeiterInnen des mumok sind tief betroffen über den überraschenden Tod von Harun Farocki und trauern um ihn. Mit ihm verliert die Film- und Kunstwelt einen der kritischsten und einflussreichsten Filmemacher, Autoren und Theoretiker unserer Zeit.

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