ORF III am Wochenende: Kriegstagebücher im Ersten Weltkrieg und ein Operetten-Abend mit "Der Bettelstudent"

Außerdem: Richard Strauss' Meta-Oper "Cappricio"

Wien (OTS) - Am Samstag, dem 2. August 2014, ist der Zeitgeschichte-Hauptabend in ORF III noch einmal ganz den persönlichen Schicksalen der Protagonisten der vom ORF-koproduzierten Reihe "14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges" gewidmet. In den letzten drei Folgen - "Die Heimat" (20.15 Uhr), "Der Aufstand" (21.05 Uhr) und "Die Entscheidung" (22.00 Uhr) - erleben die Tagebuchschreiber Besatzung, Gefangenschaft, Kriegsmüdigkeit und das Ende der Gefechte auf jeweils ganz unterschiedliche Art und Weise. "Erlebnis Bühne" widmet sich am Sonntag, dem 3. August, zunächst der Operette: In "Das Jahrhundert der Operette: Die goldene Ära" führt Marcel Prawy um 19.15 Uhr durch die Glanzzeit der Wiener Operette. Zu den damals entstandenen Klassikern gehört auch Carl Millöckers "Der Bettelstudent" - um 20.15 Uhr zeigt ORF III eine Produktion von den Seefestspielen Mörbisch aus dem Jahr 1995. Im Anschluss stellen sich um 21.45 Uhr Weltstars wie Renée Fleming, Angelika Kirchschlager, Bo Skovhus und Michael Schade in Richard Strauss' "Capriccio" - eine Oper über die Kunstform Oper - die große Grundsatzfrage: Musik oder Text - was macht das Kunstwerk aus?

Die Sendungen im Detail:

Samstag, 2. August

"zeit.geschichte: 14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges": "Die Heimat" (20.15 Uhr), "Der Aufstand" (21.05 Uhr) und "Die Entscheidung" (22.00 Uhr)

Die vom ORF koproduzierte europäische Dokuserie "14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges" erzählt - in einer achtteiligen ORF-III-Fassung -den Ersten Weltkrieg 100 Jahre nach seinem Beginn neu. Basierend auf mehr als 1.000 Tagebüchern und Briefen aus 35 Nationen werden private Zeugnisse und längst vergangene Schicksale von Männern, Frauen und Kindern wieder lebendig. In Folge 6 "Die Heimat" wird der australischen Klavierlehrerin Ethel Cooper die Heimkehr verweigert. Der Österreicher Karl Kasser gerät in russische Kriegsgefangenschaft und kommt auf einen Eisenbahntransport nach Sibirien. Die Engländerin Gabrielle West muss sich im Krieg ihren Unterhalt selbst verdienen und wird Köchin in einer Munitionsfabrik. Yvey Congar erlebt den Alltag in Sedan unter deutscher Besatzung, wo die letzten Vorräte an die fremden Soldaten gehen müssen und Männer tagelang als Geiseln festgehalten werden. Elfriede Kuhr hilft im Kinderheim, wo viele Kinder sterben.

Kriegsmüdigkeit macht sich in Folge 7 "Der Aufstand" breit: Die inzwischen 17-jährige Marina Yurlova erlebt 1917 als Adjutantin im Kaukasus die beiden russischen Revolutionen, den Aufstand ihrer Truppe und den Tod ihres Hauptmannes. Die 20-jährige Gabrielle West meldet sich freiwillig zu einer weiblichen Polizeitruppe, weigert sich aber, gegen streikende Arbeiterinnen vorzugehen. Vincenzo D'Aquila wird Opfer der grausamen Therapien in der Nervenheilanstalt San Osvaldo bei Udine. Louis Barthas hat die Schlachten von Verdun und an der Somme überlebt. Ernst Jünger ist ein hochdekorierter Leutnant, der mit nur 23 Jahren erstmals eine Kompanie führt; seine kriegsmüden Soldaten treibt er mit der Waffe an.

Ihr persönliches Ende des Großen Kriegs beschreiben die Protagonisten in Folge 8 "Die Entscheidung": Yves Congars Vater wird als Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht, sein Sohn erlebt das Kriegsende versteckt im Keller seines Elternhauses. Ernst Jünger hat seine Truppe durch zahlreiche Kämpfe geführt; jetzt geben die Männer völlig entkräftet auf. Charles Edward Montague hat eingesehen, dass er mit 52 Jahren für den aktiven Dienst zu alt ist. Er führt nun amerikanische Fotografen zum Fototermin mit deutschen Gefangenen. Ihren 18. Geburtstag begeht Marina Yurlova in einem Gefängnis der Roten Armee und entgeht nur knapp der Hinrichtung. Elfriede Kuhr kann sich an Frieden nur dunkel erinnern. Am 5. Oktober 1918 hört sie in der Schule erstmals über eine mögliche Niederlage. Am 11. November 1918 um elf Uhr beginnen in ganz Europa wieder die Glocken zu läuten - der Weltkrieg ist vorbei.

Sonntag, 3. August

"Erlebnis Bühne"-Operettenabend: "Das Jahrhundert der Operette: Die goldene Ära" (19.15 Uhr) und "Der Bettelstudent" aus Mörbisch (20.15 Uhr)

Der erste Teil des "Erlebnis Bühne"-Sonntags ist diesmal ganz der Operette gewidmet. Der große Opernkritiker Marcel Prawy befasst sich in "Das Jahrhundert der Operette: Die goldene Ära" mit der Wiener Operette und deren sogenannter Hoch-Zeit von etwa 1860 bis ungefähr 1900. Mit Komponisten wie Franz von Suppé, Karl Millöcker, Johann Strauß, Carl Zeller, Richard Heuberger oder Carl Michael Ziehrer zählt sie zu einer der bedeutendsten Epochen in der Geschichte der Operette. Zu sehen sind Ausschnitte aus beliebten Operettenklassikern wie "Der Bettelstudent", "Der Zigeunerbaron", "Die Fledermaus", "Gasparone", "Der Vogelhändler", "Der Opernball" und "Zauber der Montur".

"Der Bettelstudent" in voller Länge ist danach in einer Produktion der Seefestspiele Mörbisch aus dem Jahr 1995 zu sehen. Winfried Bauernfeind inszenierte das doppelte Spiel mit gesellschaftlichem Status und Liebe um die Gunst der kapriziösen, adeligen Laura und ihrer Schwester. Interessant an dieser Inszenierung ist unter anderem, dass Mirjana Irjosch und Martina Serafin nicht nur Mutter und Tochter spielen, sondern es auch im richtigen Leben sind. In weiteren Parts sind Renate Pitscheider, Marc Clear und Eberhard Storz zu sehen.

"Erlebnis Bühne: Capriccio" (21.45 Uhr)

Eine Oper über die Kunstform Oper folgt danach mit Richard Strauss' Spätwerk "Capriccio". In Marco Arturo Marellis opulenter Staatsopern-Inszenierung stellte sich 2013 ein Ensemble von Weltstars die Frage, was nun den zentralen Vorrang hat - Text oder Musik. Neben Renée Fleming standen Angelika Kirchschlager, Bo Skovhus, Michael Schade, Markus Eiche und Kurt Rydl unter der musikalischen Leitung von Christoph Eschenbach auf der Bühne.

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