Frauenberger: "Istanbul-Konvention ist wichtiger Schritt im Kampf gegen Gewalt an Frauen"

Übereinkommen des Europarates bestätigt Wiener Weg

Wien (OTS) - "Es ist erfreulich, dass nun zum ersten Mal mit diesem völkerrechtlich bindenden Regelwerk Mindeststandards im Gewaltschutz für die Mitglieder des Europarates gelten und die Einhaltung von einem Kontrollgremium überwacht werden wird", betont die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger. "In Europa muss ein einheitlicher Rahmen, der Schutz vor Gewalt und die adäquate Sanktionierung der Täter garantiert, gelten. Das Ziel muss sein, dass Mädchen und Frauen in Europa und darüber hinaus, sicher und frei von Gewalt ihr Leben gestalten können."

Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die nach ihrem Unterzeichnungsort so benannte "Istanbul-Konvention", tritt ab heute in Kraft. Die Istanbul-Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten zur Umsetzung und zur Einhaltung ganz konkreter und weitreichender Maßnahmen zur Bekämpfung aller Formen von Gewalt an Frauen in Europa.

Wie dies in Wien bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird, definiert die Konvention die Dimensionen des Gewaltbegriffs sehr weit: Gewalt umfasst demnach nicht nur körperliche, sexualisierte und psychische Übergriffe, sondern ebenso wirtschaftliche und strukturelle Gewalt. Gewalt beginnt bereits bei den immer noch tief in der Gesellschaft verwurzelten Haltungen und Rollenerwartungen, die sich in Geschlechterstereotypen äußern und ungleiche Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern und die Diskriminierung von Frauen weitertragen.

Frauenberger betont diesbezüglich, dass Wien im europäischen Vergleich über eines der dichtesten und am leichtesten zugänglichen Netze an Beratungsstellen, Krisen- und Schutzeinrichtungen für Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden, verfüge. Mit dem 24-Stunden Frauennotruf, den Wiener Frauenhäusern und dem Frauentelefon stellt die Stadt Wien wichtige Erstanlaufstellen bei Gewalterfahrung zur Verfügung, die Förderung zahlreicher NGOs und Vereine komplettiert das Gewaltschutznetz.

"Ich sehe mich jedenfalls bestärkt, den Wiener Weg einer breit angelegten Gleichstellungspolitik und frauenzentrierten Opferschutzarbeit konsequent weiterzugehen. Weiterhin notwendig bleiben der Ausbau opferzentrierter Täterarbeit und eine gesetzliche Grundlage gegen psychische Gewalt." (Schluss) grs

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