Industrie zu Arbeitsmarkt: Reformen dürfen nicht länger aufgeschoben werden

IV-Vize-GS Koren: Faktor Arbeit entlasten - Arbeitszeitflexibilisierung umsetzen - Rot-Weiß-Rot-Karte weiterentwickeln

Wien (OTS/PdI) - "Die Arbeitsmarktlage ist nach wie vor angespannt, dennoch lassen Reformen zur Ankurbelung der Wirtschaft auf sich warten", so der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Peter Koren anlässlich der heute, Freitag, veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen. "Vergleicht man über die österreichischen Staatsgrenzen hinweg, sind insbesondere die Arbeitskosten in den vergangenen Monaten in Österreich überproportional gestiegen. Will man die Arbeitslosigkeit senken, ist eine Entlastung nicht mehr aufschiebbar, ansonsten ist die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen gefährdet und damit auch die heimischen Arbeitsplätze", betonte Koren.

"Damit der Arbeitsmarkt wieder angekurbelt wird, reicht die im Vormonat erfolgte einmalige Senkung des Unfallversicherungsbeitrags um 0,1 Prozentpunkte nicht aus, weitere Schritte müssen rasch folgen. Auch die Bundesregierung hat sich im Regierungsprogramm verpflichtet, Potenziale zur Senkung der Lohnnebenkosten unter den Gesichtspunkten der Effizienz und Kostenwahrheit zu prüfen und auszuloten. Wir erwarten uns daher nun endlich konkrete Fortschritte. Finanzielle Spielräume für eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten bestehen derzeit insbesondere beim Unfallversicherungsbeitrag und beim Beitrag zum Familienlastenausgleichsfonds. Darüber hinaus sind Maßnahmen im Bereich der Arbeitszeit dringend zur Belebung der Konjunktur und damit auch einer Verbesserung der aktuellen Arbeitsmarktlage notwendig", so der Vize-Generalsekretär, denn "österreichische Unternehmen benötigen in einer globalisierten Welt zusätzliche Möglichkeiten, um auf schwankende Auftragseingänge flexibel und unbürokratisch reagieren zu können."

Als "positiv und wichtig für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich" bezeichnete Koren die jüngst durch den Integrationsbericht wieder angestoßene Diskussion rund um das Thema qualifizierte Zuwanderung. "Die demografische Entwicklung ist nicht aufzuhalten und macht deutlich, wie wichtig es zukünftig sein wird, gut ausgebildete Personen für Österreich zu gewinnen. Vor allem im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich tun sich die Betriebe bereits jetzt schwer, passende Arbeitskräfte zu finden". Die Industrie begrüße daher die im Integrationsbericht geäußerte Absicht, an einer Modernisierung und Entbürokratisierung der Rot-Weiß-Rot-Karte weiter zu arbeiten. "Wollen wir Spitzenkräfte nach Österreich bringen, brauchen wir einen Abbau bürokratischer Hürden um die Bewilligungsverfahren zu beschleunigen. Auch die Einbeziehung ausländischer Absolventinnen und Absolventen eines österreichischen Bachelor-Studiums ist uns wichtig. Denn der Bachelor-Abschluss ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung und die hier lebenden und studierenden Menschen sind nicht nur gut gebildet, sondern auch sehr gut integriert. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass wir ihnen zwar die Ausbildung finanzieren, aber keinen Zugang zu einer Beschäftigung anbieten können und dadurch das Know-how ins Ausland abfließen lassen", so Koren.

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