Kaske: Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Älteren wird immer kritischer

Langzeitarbeitslosigkeit bei 55 bis 59-Jährigen stieg im Halbjahresvergleich um 82 Prozent!

Wien (OTS) - Die Arbeitslosigkeit ist auch im Juli mit 9,7 Prozent wieder deutlich gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr angestiegen. Und wieder besonders betroffen sind die älteren ArbeitnehmerInnen. "Es muss hier endlich gehandelt werden", fordert AK Präsident Rudi Kaske die rasche Schaffung des von der Regierung versprochenen Bonus-Malus-Systems zur Erhöhung der Beschäftigungschancen für Ältere: "Ältere ArbeitnehmerInnen haben ganz einfach zu wenig Chancen, von den Betrieben wieder beschäftigt zu werden, wenn sie ihre Arbeit verlieren. Das muss rasch geändert werden. Die Modelle sind ausgearbeitet, die Wirtschaft muss endlich ihren Widerstand aufgeben und ihre Verantwortung übernehmen."

Nicht nur dass die Arbeitslosigkeit bei den Älteren überdurchschnittlich steigt. Sie sind auch besonders von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Der Halbjahresvergleich 2013 und 2014 zeigt, dass die Langzeitarbeitslosigkeit bei den 55 bis 59-Jährigen mit 82 Prozent doppelt so stark wie beim Durchschnitt angestiegen ist. Bei den über 60-Jährigen beträgt der Anstieg 54 Prozent. "Das ist ein klarer Beleg dafür, dass die Unternehmen älteren Arbeitsuchenden einfach keine Chancen mehr geben. Es ist auch ein klarer Beleg für die Notwendigkeit des Bonus-Malus-Systems, wie es im Regierungsübereinkommen vorgesehen ist." Zu viele Unternehmen beschäftigen keine oder zu wenige ältere ArbeitnehmerInnen. "Dieses Trittbrettfahren muss beendet werden", verlangt der AK-Präsident.

So soll das Bonus-Malus-Modell aussehen:
+ Es sind nur die Unternehmen betroffen, die im Jahresdurchschnitt mehr als 25 ArbeitnehmerInnen beschäftigen.
+ In allen Branchen muss der Anteil der Beschäftigten über dem 55.Lebenjahr wachsen, sodass bis 2016 der Anteil dieser älteren Beschäftigten im Durchschnitt auf 14 Prozent angehoben wird. Derzeit beträgt der Anteil 11 Prozent.
+ Die Unternehmen werden über die Zahl der älteren ArbeitnehmerInnen informiert, die sie zur Erreichung der Beschäftigungsquote beschäftigen müssen. Wird diese Zahl nicht erreicht, muss vom jeweiligen Unternehmen ein Malus in der Höhe von 350 Euro pro Monat für jeden fehlenden älteren Beschäftigten bezahlt werden.
+ Die Einnahmen aus dem Malus bleiben als Bonus in der Wirtschaft. Sie sollen für betriebliche Gesundheitsförderung und für Maßnahmen zur Absicherung der Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen eingesetzt werden.

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