WKÖ-Landertshammer: Lehrlingsausbildung vorantreiben statt krankreden

40 Prozent der Jugendlichen wählen einen von über 200 Lehrberufen - Lehre ist bedeutendster Bildungsweg der 15- bis 19jährigen, hat aber Imageprobleme

Wien (OTS/PWK517) - "Die Lehrlingsausbildung ist der bildungspolitische Exportschlager Österreichs. Kein anderer Teil des österreichischen Bildungswesens erregt international ähnlich hohe Aufmerksamkeit", betont der Leiter der bildungspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Michael Landertshammer, anlässlich der erneuten Debatte um die Zukunft der dualen Ausbildung. "Die österreichische Wirtschaft hat die Krise vergleichsweise gut weggesteckt, jetzt gilt es die Herausforderungen im Bildungsbereich zu bewältigen, um auch in Zukunft als Standort vorne dabei zu sein. Dazu gehört die, Lehrlingsausbildung voranzutreiben und nicht krankzureden."

Nach wie vor wählen rund 40 Prozent der Jugendlichen einen von über 200 Lehrberufen. Die Lehre ist damit einerseits der bedeutendste Bildungsweg der 15- bis 19jährigen, kämpft aber andererseits mit Imageproblemen. "Das System der beruflichen Bildung bietet eine Vielzahl von Aufstiegsmöglichkeiten, die in den Köpfen oft nicht präsent sind. Noch heuer starten die ersten Berufsakademie-Lehrgänge. Diese moderne Form der beruflichen Weiterbildung ergänzt bewährte Modelle wie Meister- oder Werkmeisterprüfung und bietet mit einem Hochschulabschluss die solide Grundlage für eine erfolgreiche Karriere", ist Landertshammer überzeugt. "80% der Jugendlichen absolvieren eine Lehre oder berufsbildende Schule, das ist die Basis unserer wirtschaftlichen Erfolge. Auf Grund des bestehenden und noch stärker kommenden Fachkräftemangels sowie der Tendenz der Eltern, ihre Kinder verstärkt in Gymnasien zu schicken, ist die Attraktivierung der dualen Ausbildung eines unserer bildungspolitischen Hauptanliegen", so Landertshammer. Dementsprechend fordert die Wirtschaftskammer auch Maßnahmen zur besseren Durchlässigkeit der Bildungswege in alle Richtungen: Das betreffe sowohl "Lehre mit Matura" als auch "Matura mit Lehre". Die Jahresstatistik von 2013 zählte insgesamt 120.579 Lehrlinge und 32.189 Ausbildungsbetriebe. Im Jahresdurchschnitt 2013 gab es einen Überhang an offenen Lehrstellen von 3.919.

Darüber hinaus hat die Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern ein umfangreiches Konzept für die nachhaltige Steigerung und Sicherung der Qualität in der betrieblichen Ausbildung entwickelt. Die unter dem Titel "Qualitätsmanagement Lehrlingsausbildung" gebündelten Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass ein höherer Anteil von jungen Menschen eine begonnene Lehre beendet und eine positive Lehrabschlussprüfung erreicht. Dazu wurde neben einem umfassenden Leitfaden mit Informationen zu Coaching- und Fördermöglichkeiten auch eine entsprechende Checkliste für die jeweiligen Ausbildungsbetriebe entwickelt.

Lehre: Garant für Zufriedenheit und beruflichen Erfolg

91 Prozent der Jugendlichen, die eine Lehre absolviert haben, sind drei Jahre nach Abschluss mit ihrem erlernten Beruf zufrieden, zwei Drittel sogar sehr zufrieden, wie eine Umfrage der Wirtschaftskammer in Salzburg zeigt. "Solche Werte schafft kein anderer Bildungsweg", ist Landersthammer stolz auf die österreichischen Ausbildungsbetriebe. Der berufliche Erfolg der Lehrabsolventinnen und -absolventen - lediglich 1 Prozent war zum Zeitpunkt der Befragung auf Arbeitssuche - geht einher mit hoher persönlicher Zufriedenheit über die gewählte Ausbildung. Eine deutliche Mehrheit der Befragten findet ihre Arbeit interessant, abwechslungsreich und sinnstiftend und 87 Prozent würden sich wieder für einen Lehrberuf entscheiden. (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Abteilung für Bildungspolitik
Johannes Fraiss
Telefon: +43 5 90 900 4070
johannes.fraiss@wko.at
Internet: http://wko.at/bildung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003