Greenpeace: Milder Winter mitverantwortlich für geringe Wintersterblichkeit bei Bienen

Hohe Bienenverluste durch Pestizide im Sommer

Wien (OTS) - In einer heutigen Aussendung interpretiert die IG Pflanzenschutz die aktuelle Zahlen des Forschungsnetzwerks COLOSS zur Wintersterblichkeit von Bienenvölkern in Europa. Für die Pestizidindustrie belege dies, dass Neonicotinoide keine Ursache für das Bienensterben wären. Greenpeace kritisiert diese Fehlinterpretationen und sieht eindeutig Eigeninteressen der ProduzentInnen im Vordergrund.

"Bei einmaliger geringer Wintersterblichkeit von Bienenvölkern zu sagen, dass es kein Problem mit Pestiziden gäbe, ist, als ob man an einem kalten Tag behauptete, Klimawandel existiere nicht", kritisiert Huem Otero, Landwirtschaftsprecherin bei Greenpeace. "Der vergangene Winter war ein milder. Das wirkt sich positiv auf die Wintersterblichkeit aus. Zudem wurde hier ausschließlich die Überwinterungsrate untersucht, viele Imkerinnen und Imker berichten aber über zunehmende Verluste im Sommer."

Die Universität Graz, die das COLOSS Monitoring durchgeführt hat, schreibt dazu auf ihrer Homepage am 5. Juni 2014: "Der milde Winter 2013/2014 war auch mild zu den Honigbienen Österreichs. Die bundesweite Verlustrate lag mit rund 12,5 Prozent deutlich niedriger als in den Wintern davor - allerdings leicht über einer als normal angesehenen Sterblichkeit." Laut Wissenschaft gibt es mehrere Faktoren für die Wintersterblichkeit von Bienenvölkern. Bienenkrankheiten zum Beispiel hängen stark von der Dichte der Bienenstöcke in einer Region ab. Daneben ist intensive industrielle Landwirtschaft einer der wichtigsten Faktoren. Bienen, die bereits durch den großflächigen Einsatz von Pestiziden geschwächt sind, haben in einem kalten Winter auch geringere Überlebenschancen. Ist der Winter milder, profitieren davon auch die Bienen.

Greenpreace fordert ein EU-weites Totalverbot von Neonicotinoiden und Fipronil und die Förderung von ökologischen Anbaumethoden, die den einzigen Ausweg aus der Krise bieten können. "Der weltweite Rückgang der Bienenpopulationen und anderer Bestäuber ist nicht zu leugnen. Aussagen wie jene der IG Pflanzenschutz, dass ein teilweises Verbot auf EU-Ebene von zumindest vier Bienenkiller -Pestiziden vorschnell erteilt wurde, muten zynisch an und leugnen die Mehrheit der wissenschaftlichen Erkenntnisse", so Otero abschließend.

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Huem Otero, Landwirtschaftssprecherin Greenpeace CEE, Tel.: +43 (664) 192 55 74
Christine Gebeneter, Pressesprecherin Greenpeace CEE, Tel.: +43 (664) 857 45 98

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