ORF III am Mittwoch: "kult.Filmsommer" mit Jean Renoirs "Der Strom" und Lisl Pongers "Passagen"

Außerdem: "kreuz und quer" mit "Göttliche Frauen" und "Dorf der Frauen", Teil zwei von "Gabel statt Skalpell: Gesünder leben ohne Fleisch"

Wien (OTS) - Starke Frauen, die sich Widerständen entgegensetzen, zeigt "kreuz und quer" morgen, am Mittwoch, dem 30. Juli 2014, um 20.15 Uhr in ORF III in "Dispute und Wortgefechte", dem dritten und letzten Teil der Serie "Göttliche Frauen"; gefolgt von der Dokumentation "Dorf der Frauen", die zeigt, wie die Frauen im kenianischen Dorf Umoja ihren Weg zu mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung finden. Der zweite Teil von "Gabel statt Skalpell:
Gesünder leben ohne Fleisch" erklärt danach um 21.50 Uhr in "treffpunkt.medizin", wie chronische Krankheiten durch Ernährungsumstellungen bekämpft oder überhaupt verhindert werden können. Im "kult.Filmsommer" kommt es um 22.40 Uhr zur Explosion der Farben: Alexander Horwath, Direktor des österreichischen Filmmuseums und Kurator des ORF-III-"kult.Filmsommers", ist in den 50er Jahren angelangt und wählt hierfür Jean Renoirs ersten Farbfilm "Der Strom -The River" - eine epochale Liebesgeschichte im kolonialen Indien. Reise, Exil, Flucht und Exotik prägen auch den Found-footage-Kurzfilm "Passagen" von Lisl Ponger aus dem Jahr 1996, den ORF III um 0.15 Uhr ergänzend zum Spielfilm zeigt. Die Künstlerin kreiert eine Collage aus Bildern zeitgenössischer Fernreisenden, unterschiedlicher Tonspuren mit Reisetönen und Archivmaterial verschiedener Emigrationswellen, die gemeinsam eine postkoloniale Reise- und Fluchtlandkarte des 20. Jahrhunderts bilden.

"kreuz und quer": "Göttliche Frauen: Dispute und Wortgefechte" (20.15 Uhr) und "Dorf der Frauen" (21.05 Uhr)

Welche Rolle spielten und spielen Frauen nun im Laufe der Geschichte in den verschiedenen Religionen? Welche Rolle hatten sie beim Entstehen so genannter institutionalisierter Religionen? Dieser Frage geht die preisgekrönte Historikerin Bettany Hughes in dem Dreiteiler "Göttliche Frauen" nach. In der dritten und letzten Folge "Dispute und Wortgefechte" stellt Hughes bemerkenswerte Frauenfiguren vor, die sich allen Widerständen zum Trotz und in einer von Männern dominierten Welt behaupteten. Die Historikerin zeigt auf, wie für diese Frauen nicht nur die Religion, sondern vor allem auch Bildung und das geschriebene und gedruckte Wort zu lebenswichtigen Instrumenten wurden. Um 21.05 Uhr dokumentiert Francois de Roubaix in "Dorf der Frauen", wie die Frauen im kenianischen Dorf Umoja ihren Weg zu mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung finden.

"treffpunkt medizin: Gabel statt Skalpell: Gesünder leben ohne Fleisch" 2/2 (21.50 Uhr)

Im zweiten Teil der umfassenden US-Dokumentation "Gabel statt Skalpell" kommen Wissenschafter um den renommierten Biochemiker Prof. Campbell zu Wort, die von den Ergebnissen der "China Study", der größten jemals durchgeführten Ernährungsstudie, berichten. Diese sind in Bezug auf den Zusammenhang von Lebensstil und Lebenserwartung und dem Auftreten von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Diabetes frappierend: Durch vegane Ernährung können gesundheitliche Vorschäden und chronische Erkrankungen erfolgreich bekämpft werden. Die Dokumentation begleitet Menschen, deren Gesundheitszustand sich auf beeindruckende Weise verbessert hat, nachdem sie ihren Speiseplan auf eine rein pflanzliche Ernährung umgestellt haben.

"kult.Filmsommer": "Der Strom - The River" (22.40 Uhr) und "Passagen" (0.15 Uhr)

Alexander Horwath, Direktor des österreichischen Filmmuseums, kuratiert in ORF III einen spannenden "kult.Filmsommer" von der Ära des Stummfilms bis zum zeitgenössischen österreichischen Filmschaffen. Diese Woche ist er in den 50er Jahren angelangt - jener Zeit, in der in den Studios auf breiter Ebene das Technicolor-Verfahren Einzug hielt und somit in den Kinos die Farben. Horwath präsentiert mit "Der Strom - The River" folgerichtig auch Jean Renoir ersten Farbfilm aus dem Jahr 1951, ein bildgewaltiges Epos über das Leben und die Liebe im Indien der Kolonialzeit. Harriet (Patricia Walter), die Tochter einer englischen Familie, und ihre beiden Freundinnen lernen in ihrem Heimatort am Ganges den amerikanischen Captain John (Thomas E. Breen) kennen. Jede von ihnen verliebt sich auf ihre Art in den jungen Mann. Jean Renoir schafft mit diesem Liebesdrama eine bewegende und weise Sicht auf das Dasein, in der der Tod als Teil des Lebens repräsentiert wird. Der Film spricht trotz seines Schwelgens in Exotik, heikle Themen wie Exil, Emigration und Flucht an. Zu sehen sind u. a. auch Esmond Knight, Nora Swinburne, Adrienne Corri und Suprova Mukerjee.

Europäische Menschen auf Fernreisen und die existentielle Erfahrung von Flucht und Ausgesetztsein thematisiert auch der Found-footage-Kurzfilm "Passagen". Eine Frau steht alleine an der Reling eines Passagierschiffes und blickt in die blaue Ferne. Sie erinnert sich an eine Ankunft in New York, an den Spaziergang eines jungen Paares durch Chinatown, an die Hausboote in Shanghai und die aufgeregten Kinder, die sich um die Besucherin scharen. Unter diesen Bildern liegen ferne Reisetöne, und parallel dazu entspinnt sich eine Montage der Geschichten von Menschen, die einmal - unfreiwillig - aus Wien weggingen oder irgendwann hier ankamen. Die Bilder der Vergnügungsreisenden erweisen sich in ihrem Spannungsverhältnis zum Ton als postkoloniale Ausflüge. Lisl Ponger erzeugt 1996 eine imaginäre Karte des zwanzigsten Jahrhunderts, auf der sich Emigrationsgeschichten wie Dauerspuren eines abendländischen Gedächtnisses eintragen und die visuell stark auf die Amateurfilme der 50er Jahre Bezug nimmt.

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