JW-Rohrmair-Lewis: Arbeitssommer statt politischer Sommerpause

JW-Bundesvorsitzender verlangt von Politik Vorbereitung von Reformen und rasche Umsetzung im Herbst - Aktuelle Umfrage zeigt schlechte Stimmung bei Jungunternehmern

Wien (OTS/PWK514) - "Die Stimmung unter den heimischen Jungunternehmern ist im Keller. In allen wesentlichen Bereichen - von der Kostensituation über die Ertragslage bis zur Einstellung von Mitarbeitern - gibt es einen negativen Trend, wie die aktuelle Konjunkturumfrage der Jungen Wirtschaft zeigt. Grund dafür ist das Ausbleiben von überfälligen Reformen. Wir erwarten uns daher, dass die Politik die kommenden Wochen nutzt, um Reformpläne zu konkretisieren und diese im Herbst rasch umsetzt.", betont Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW). Die politische Sommerpause dürfe keine Ausrede sein, sich zurückzulehnen. Ansonsten drohe statt einem heißen Reformherbst ein verfrühter Winterschlaf, so Rohrmair-Lewis. Es gebe zahlreiche Bereiche, in denen dringend Schritte gesetzt werden müssen.

Lohnnebenkosten senken

"Die Kosten des Faktors Arbeit haben in Österreich die Grenze des Erträglichen überschritten. Insbesondere bei jungen Unternehmen erstickt die erdrückende Steuerlast jegliches Wachstum", erklärt Rohrmair-Lewis. Im europäischen Vergleich belegt Österreich bei der Höhe der Lohn- und Lohnnebenkosten den unrühmlichen dritten Platz. Mehr Steuern zahlt man nur in Belgien und Deutschland. Mit einer Rate von 49,1 Prozent liegt man hierzulande auch weiter über dem OECD-Schnitt von 35,9 Prozent. Die JW schlägt daher die Abschaffung der Lohnnebenkosten für den ersten Mitarbeiter im ersten Jahr vor. "Dadurch ermöglichen wir jungen, dynamischen Unternehmen, ihre Wachstumspläne zu realisieren. In Folge schaffen diese Arbeitsplätze und generieren Steuereinnahmen", so Rohrmair-Lewis weiter. Denn jeder Jungunternehmer schafft bereits im Jahr der Gründung direkt 2,4 Arbeitsplätze.

Generationengerechtigkeit verwirklichen: Umfassende Pensionsreform umsetzen

Ein weiteres zentrales Reform-Thema für den Jungunternehmer-Sprecher ist das Pensionssystem. "Wir brauchen eine Anpassung des Pensionssystems an die demografischen Realitäten. Der Bundeszuschuss steigt jährlich an. Das ist ein Fass ohne Boden", warnt Rohrmair-Lewis. Während die Lebenserwartung steigt, bleibt die Lebensarbeitszeit unverändert. Deshalb müssten erfahrene Arbeitnehmer länger im Arbeitsprozess gehalten werden. Dazu zählt auch, mittel-und langfristig die entsprechenden Voraussetzungen im Gesundheitssystem zu schaffen, etwa durch eine stärkere Ausrichtung auf Prävention. "Parallel dazu ist die Angleichung des faktischen an das gesetzliche Pensionsantrittsalter, ein Bonus-Malus-System sowie eine Pensionsautomatik unumgänglich", führt der Bundesvorsitzende aus. Nur auf diese Weise könne eine echte Generationengerechtigkeit sichergestellt werden. Denn das derzeitige Pensionssystem lässt den Schuldenberg wachsen, wodurch Mittel für Zukunftsinvestitionen fehlen.

Alternative Finanzierungsformen: Rechtliche Rahmenbedingungen weiterentwickeln

Fehlende Finanzierung ist oft der Hemmschuh für viele Start-ups und junge Unternehmen. Österreich fehlt sowohl für Crowdinvesting als auch für Business Angels oder Venture Capital ein attraktiver Rechtsrahmen. "Wir benötigen bei Crowdinvesting eine Erhöhung der Prospektpflicht auf fünf Millionen Euro sowie eine Änderung des Einlagenbegriffs im Bankwesen-Gesetz", unterstreicht Rohrmair-Lewis. Außerdem schlägt die JW einen Business Angels-Freibetrag in Höhe von mindestens 50.000 Euro vor. "Für alle Bereiche liegen bereits konkrete Vorschläge auf dem Tisch. Zudem wurde im Regierungsprogramm bereits bis 31. März 2014 ein attraktiver Rechtsrahmen beschlossen -bis jetzt aber nicht umgesetzt. Deshalb mein Appell an die Politik:
Ärmel hochkrempeln und die Reformen jetzt so vorbereiten, dass sie im Herbst endlich umgesetzt werden können", fordert der Vertreter der heimischen Jungunternehmer abschließend. (ES)

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