Globale Studie zeigt: Skepsis gegenüber Erfolg zwischenstaatlicher Zusammenarbeit im Steuerrecht

London/Wien (OTS) - Eine globale Studie, durchgeführt in 3.000 Unternehmen aus 40 verschiedenen Ländern, zeigt, dass nur 19% der befragten Unternehmen mit einer erfolgreichen Umsetzung des von der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) entwickelten BEPS Aktionsplanes (Base Erosion and Profit Shifting) rechnen.

Am Beginn überwog betreffend die Umsetzung des Aktionsplans weitgehend Einigkeit zwischen den Ländern, welche jedoch mit zunehmendem Fortschritt kontinuierlich abnahm. Es gibt Hinweise, dass viele Länder selektiv nur jene Änderungen umsetzen, die für sich selbst als notwendig und vorteilhaft erscheinen, woraus eine hohe Komplexität resultiert.

Allerdings bestehen Bedenken, die Umsetzung des Aktionsplanes könne für gewisse mittelständische grenzüberschreitend tätige Unternehmen finanziell nicht tragbar sein. Es ist davon auszugehen, dass nur wenige Unternehmen mit den nötigen Ressourcen, welche für eine zeitgerechte Umsetzung benötigt werden, ausgestattet sind. Besonders betroffen sind Unternehmen der Forschungs- und Entwicklungsbranche, sowie Technologieunternehmen.

Grant Thornton veröffentlichte mit "Getting to grips with the BEPS Action Plan" (www.grantthornton.at) einen Bericht, der die geplante Modifikation des internationalen Steuersystems und dessen Auswirkung auf betroffene Unternehmen thematisiert. Aus diesem Bericht geht eine Empfehlung an betroffene Unternehmen hervor, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, um ein Verständnis für die sich ständig verändernde Steuerlandschaft auf Grund der politischen Meinungsbildung zu entwickeln.

Das Ziel des BEPS Planes liegt in der Entwicklung von Maßnahmen zur Eindämmung aggressiver Steuergestaltung seitens der Unternehmen. Dadurch soll die Besteuerung von Gewinnen in ihrem tatsächlichen Ursprungsstaat sichergestellt werden. Durch die umfassenden Regelungen nahezu in allen Bereichen der Besteuerung bestehen jedoch bereits Befürchtungen, es könne zu Einschränkungen der Planungsfreiheit der Unternehmen kommen.

Der Auffassung von Grant Thornton folgend werden mittelständische Unternehmen im Zuge der Flut dieser Änderungen miterfasst und mit erheblicher Mehrarbeit konfrontiert. Gerade diese Unternehmen setzen in den seltensten Fällen steuerliche Vermeidungsstrukturen ein, die der BEPS Plan zu verhindern versucht. Aus österreichischer Sicht erscheinen diese Regelungen überzogen. Mit der wirtschaftlichen Betrachtungsweise und den Regelungen zum Gestaltungsmissbrauch in der Bundesabgabenordnung existiert bereits ein funktionierendes Instrumentarium mit welchem die vom BEPS Plan angestrebten Ziele mitunter besser erreicht werden könnten.

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