ÖH zu Integrationsbericht

Drittstaaten-Studierende zusätzlich zu belasten wäre verantwortungslos

Wien (OTS) - Der heute präsentierte Integrationsbericht empfiehlt zukünftig kostendeckende Studiengebühren von Drittstaaten-Studierenden einzuheben. Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) lehnt diesen Vorschlag vehement ab. "Studierende aus Drittstaaten zahlen bereits jetzt doppelte Studiengebühren. Kostendeckende Studiengebühren würden die Ungleichbehandlung hier noch weiter verschärfen. Ein Integrationsbericht der solche Maßnahmen vorschlägt, wird seinem Namen nicht gerecht. Es sollte überlegt werden, wie Studierende aus Drittstaaten besser in Gesellschaft und Hochschule inkludiert werden können und nicht, wie wir sie mit zusätzlichen Auflagen belasten können", so Bernhard Lahner vom Vorsitzteam der ÖH. Eine aktuelle Studie zur finanziellen Situation von Studierenden zeigt außerdem, dass Studierende aus Drittstaaten in Österreich besonders stark von Armut betroffen sind, nämlich mehr als drei mal stark wie österreichische Studierende. "Studierende aus Drittstaaten werden bereits jetzt viel stärker zur Kasse gebeten, sie dann zusätzlich durch höhere Studiengebühren zu belasten wäre verantwortungslos", so Lahner weiters.

Ein weiteres Problem stellt der stark eingeschränkte Arbeitsmarktzugang für Studierende aus Drittstaaten dar. "In Österreich werden bereits jetzt zwischen 5000 und 10000 Euro im Jahr als Nachweis auf ihrem Konto von diesen Studierenden verlangt, damit sie überhaupt studieren dürfen. Das Absurde ist, dass sie sich dieses Geld dann nicht einmal selbst verdienen dürfen, da der Arbeitsmarktzugang stark beschränkt ist. Würden die Studiengebühren jetzt zusätzlich noch erhöht werden, dann gefährden wir die finanzielle Lage dieser Studierenden komplett. Ein Rat aus Expert_innen sollte sich der Konsequenzen, die aus ihren Vorschlägen entstehen würden bewusst sein. Studierende aus Drittstaaten sind keine Cashcows für Österreich, sondern viel mehr eine wertvolle Bereicherung, die es zu fördern gilt", so Lahner noch abschließend.

Link zur Studie "Finanzielle Situation von Studierenden":
http://bit.ly/1uy5x2x

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