OÖNachrichten-Kommentar: "Hinter der Mauer", von Lucian Mayringer

"Ausländerklassen" sollen nicht ins Ghetto führen; Ausgabe vom 26. Juli 2014

Linz (OTS) - Noch immer steht ein Viertel der Kinder in Österreich beim Schuleintritt zunächst vor einer mächtigen Sprachbarriere. Die meisten davon haben Migrationshintergrund. Für manche wird aus dem schwierigen Start ein Bildungsdefizit, das sie ihr Leben lang mitschleppen. Das gilt besonders für Kinder, die erst später ins Land gekommen sind. Die Experten vom Integrationsbeirat schlagen deshalb Deutsch-Intensivkurse vor. Notfalls soll das Aufholprogramm zunächst in eigenen "Ausländerklassen" bewältigt werden.
Die Idee klingt vernünftig und sollte nicht durch Kampfvokabeln wie "Ghetto-Klassen" diskreditiert werden. Schließlich stehen Ghettos für soziale Strukturen, in denen meist ethnische Minderheiten von der Mehrheitsbevölkerung abgegrenzt werden. Hinter dem Versuch, Sprach-und damit Verständnisprobleme gezielt zu beheben, steckt ein ganz anderes Motiv: die Bildungschancen für Zuwandererkinder zu verbessern und so einen wichtigen Schritt zur besseren Integration zu setzen.

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