ORF III am Wochenende: "Geschichten aus dem Wiener Wald" aus Bregenz, davor Porträts von Ödön von Horváth und HK Gruber

Außerdem: Kriegsgeschehen und -traumata in "zeit.geschichte", in memoriam Hans Landauer, Eröffnung der Salzburger Festspiele

Wien (OTS) - Ein spannendes und abwechslungsreiches Programm bietet das ORF-III-Wochenende: So steht der "zeit.geschichte"-Hauptabend am Samstag, dem 26. Juli, wieder ganz im Zeichen des Ersten Weltkriegs. Als Intro sprechen in der ORF-III-Eigenproduktion "Trauma 1. Weltkrieg" um 20.00 Uhr Experten wie Oliver Rathkolb und Manfried Rauchensteiner über die psychischen Wunden, die dieser Krieg bei vielen Soldaten hinterlassen hatte. Danach gehen drei weitere Folgen der vom ORF koproduzierten europäischen Dokuserie "14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges" den Einzelschicksalen einer Gruppe von Menschen anhand deren persönlicher Aufzeichnungen nach: "Die Verwundung" (20.15 Uhr), "Die Sehnsucht" (21.10 Uhr) und "Die Vernichtung" (22.05 Uhr) folgen den unterschiedlichen Wegen der Tagebuchschreiber/innen von Schottland bis Russland. In Erinnerung an den vergangene Woche verstorbenen österreichischen Freiheitskämpfer präsentiert um 23.00 Uhr ein "In memoriam Hans Landauer" den Dokumentarfilm "Der Spanienkämpfer".
Am Sonntag, dem 27. Juli, zeigt ORF III um 17.35 Uhr die Eröffnung der 94. Salzburger Festspiele, die an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert. Der "Erlebnis-Bühne"-Hauptabend ist dann ganz den "Geschichten aus dem Wienerwald" gewidmet. Zunächst nähert sich um 19.45 Uhr ein Künstlerporträt dem Autor der literarischen Vorlage an: "Ödön von Horváth - Mein Vaterland ist das Volk". Danach bringt ORF III um 20.15 Uhr die Aufzeichnung der Premiere von Heinz Karl Grubers Vertonung des "Wiener Volksstücks gegen das Wiener Volksstück". Dem unkonventionellen Komponisten ist um 23.05 Uhr auch ein Künstlerporträt gewidmet: "Nicht nur Frankenstein - Der Komponist Heinz Karl Gruber" zeigt auf, wie begeisternd zeitgenössische Musik sein kann.

Die Sendungen im Detail:

Samstag, 26. Juli

"zeit.geschichte: Trauma 1. Weltkrieg" (20.00 Uhr)

Kriegszitterer wurden sie genannt: Soldaten, die im Ersten Weltkrieg massive psychische Schäden davongetragen hatten. Heute sind diese Symptome als posttraumatische Belastungsstörung, kurz Kriegstrauma, bekannt. Doch was bedeutete das Anfang des 20. Jahrhunderts? ORF III bittet ausgewiesene Experten vor die Kamera, die über das Schicksal Kriegstraumata in einer Zeit unterentwickelter psychiatrischer Betreuung sprechen: Zeitgeschichte-Professor Oliver Rathkolb, Historiker Rainer Gries, Militärhistoriker Manfried Rauchensteiner und Günther Fleck von der Landesverteidigungsakademie.

Drei Folgen "14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges": " Die Verwundung" (20.15 Uhr), "Die Sehnsucht" (21.10 Uhr) und "Die Vernichtung" (22.05 Uhr)

Die vom ORF koproduzierte europäische Dokuserie "14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges" erzählt - in einer achtteiligen ORF-III-Fassung -den Ersten Weltkrieg 100 Jahre nach seinem Beginn neu. Mit Hilfe von mehr als 1.000 Tagebüchern und Briefen aus 35 Nationen werden private Zeugnisse und längst vergangene Schicksale von Männern, Frauen und Kindern wieder lebendig.
In "Die Verwundung" (Folge drei) trifft Elfriede Kuhr ihre Großmutter in einer Rotkreuzstation; vor ihren Augen sterben etliche Soldaten. Die Schottin Sarah Macnaughtan zieht mit anderen Frauen für die britische Armee an die Front, wo sie im April 1915 bei Ypern in Belgien mit dem ersten Giftgasangriff der Geschichte konfrontiert wird. Marina Yurlova ist inzwischen eine Kindersoldatin in einer Einheit berittener Kosaken und wird beim Sprengen einer Brücke schwer verletzt. Louis Barthas erlebt die Flammenwerfer im Schützengraben. Der Sizilianer Vincenzo d'Aquila, der bei seinem Vater in New York lebt, meldet sich im Frühjahr 1915 freiwillig, um seinem Heimatland zu dienen.
Um die Tragik zarter zwischenmenschlicher Gefühle im Kriegsgeschehen geht es in Folge vier, "Die Sehnsucht". Die Berliner Künstlerin Käthe Kollwitz hat ihren Sohn verloren, ihre quälenden Schuldgefühle belasten auch ihre Ehe. Die 24-jährige Marie Pireaud sehnt sich nach ihrem Mann Paul. Elfriede Kuhr feiert ihren 14. Geburtstag und verliebt sich in Leutnant Waldecker, der bei einem Übungsflug tödlich verunglückt. Ernst Jünger trifft sich heimlich mit der Französin Jeanne Sandemont, obwohl Liebesbeziehungen zwischen Feinden als Verrat gelten. Marina Yurlova verwehrt sich den Avancen des Hauptmann Rossinskij - sie will kein Mädchen, sondern nur Soldatin sein.
In der fünften Folge "Die Vernichtung" verweigert die Einheit des Londoner Journalisten C.E. Montague dem 50-Jährigen die Gefolgschaft in der Schlacht an der Somme. Marina Yurlova ist mit 16 Jahren bereits Trägerin des Georgs-Kreuzes, der höchsten militärischen Auszeichnung, die das Zarenreich vergibt. Als Sanitäterin erlebt sie einen Gasangriff und wird bei einer Granatenexplosion verschüttet. Sarah Macnaughtan kehrt zurück nach Russland, auf dem Weg wird sie Zeugin des Völkermordes an den Armeniern und stirbt kurze Zeit später. Ernst Jünger ist jetzt Leutnant an der Westfront und erlebt die Schlacht an der Somme. Und Louis Barthes hat es nach zwei harten Jahren an der Westfront zum Korporal der französischen Infanterie gebracht.

"In memoriam Hans Landauer: Der Spanienkämpfer" (23.00 Uhr)

In Gedenken an Hans Landauer, den jüngsten Österreicher im Spanienkrieg, zeigt ORF III die Dokumentation "Der Spanienkämpfer". Der Film von Wolfgang Rest zeichnet das Bild eines Menschen, dessen Leben untrennbar mit dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Kampf gegen die faschistischen Kräfte in Europa verbunden ist. Landauer gelang es, von den Interbrigaden akzeptiert zu werden. Er überlebte den Spanischen Bürgerkrieg, das französische Internierungslager, Gestapo-Gefangenschaft und das KZ Dachau.

Sonntag, 27. Juli

"ORF III Spezial: Eröffnung Salzburger Festspiele" (17.35 Uhr)

Der traditionelle Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele unter der Intendanz von Alexander Pereira, Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Schauspieldirektor Sven-Eric Bechtolf findet wie gewohnt in der Felsenreitschule statt. Der Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren bestimmt in diesem Jahr den Ablauf der Eröffnung. Festredner ist der Historiker Prof. Dr. Christopher Clark. Bundespräsident Heinz Fischer eröffnet danach offiziell die Salzburger Festspiele mit 270 Vorstellungen in 45 Tagen und an 16 Spielstätten. Musikalisch steht der Festakt im Zeichen von Richard

Strauss, Anton Webern und Ludwig van Beethoven, das Mozarteum Orchester spielt unter der Leitung von Ivor Bolten, es singt die Sopranistin Laura Aikin. "Erlebnis Bühne Künstlerporträt: Ödön von Horváth - Mein Vaterland ist das Volk" (19.45 Uhr) Zur Einstimmung auf die Premiere des von Heinz Karl Gruber vertonten

Theaterklassikers "Geschichten aus dem Wienerwald" bei den Bregenzer Festspielen 2014, die ORF III exklusiv österreichweit im Fernsehen ausstrahlt, ist vorab das filmische Künstlerporträt "Ödön von Horváth - Mein Vaterland ist das Volk" aus dem Jahr 2001 zu sehen. Als Schauplatz hat Gestalter Wolfgang Beyer den Böhmischen Prater in Wien gewählt. Zu sehen sind unter anderem Archivausschnitte mit Hans Moser und Helmut Qualtinger.

Exklusiv von den Bregenzer Festspielen: "Geschichten aus dem Wienerwald" (20.15 Uhr)

Regisseur und Librettist Michael Sturminger bringt Ödön von Horváths Klassiker als zeitgenössisches Musiktheater auf die Bühne des Bregenzer Festspielhauses. Aus der gleichnamigen literarischen Vorlage erstellte er eine bunte Collage, die dem Original an Schärfe, Treffsicherheit und beißender Sozialkritik in nichts nachsteht - eine bittere Satire über die Verlogenheit und Brutalität des Kleinbürgertums. Die Wiener Gemütlichkeit wird zur hohlen Floskel, die tragisch-brutale Geschichte um das süße Mädel Marianne und den biederen Fleischhauer Oskar spiegelt die von der Weltwirtschaftskrise und Existenzängsten geprägten späten 1920er Jahre wider. Der Wiener Komponist, Dirigent, Chansonnier und Schauspieler Heinz Karl Gruber, der selbst am Dirigentenpult steht, vermeidet bei seiner Vertonung allzu plumpe Wiener Klischees und setzt stattdessen auf die Herausarbeitung der Charaktere und auf musikalische Verfremdungen. Die Oper ist eine Koproduktion der Bregenzer Festspiele und des Theaters an der Wien. Es singen Ilse Eerens (Marianne), Daniel Schmutzhard (Alfred), Angelika Kirchschlager (Valerie), Jörg Schneider (Oskar), Albert Pesendorfer (Zauberkönig) u. v. a., unterstützt vom Philharmonischen Chor Prag. Es spielen die Wiener Symphoniker. Die ORF-Bildregie hat Felix Breisach übernommen.

"Nicht nur Frankenstein - Der Komponist Heinz Karl Gruber" (23.05 Uhr)

Regisseur Herbert Eisenschenk begleitete HK Gruber, der mit dem Pandämonium "Frankenstein" international berühmt wurde, in den letzten Monaten der Fertigstellung seiner neuen Oper "Geschichten aus dem Wiener Wald". In seinem paradiesischen Zuhause im niederösterreichischen Rosenburg erzählt Gruber über bisher unbekannte Zusammenhänge zwischen ihm und dem Grafenegger Musikfestival und lässt die Zuschauerinnen und Zuschauer an der Einsamkeit des stillen Komponierens teilhaben. Bei Proben wiederum zeigt sich die andere Seite des Musikers, wenn er sein Gegenüber mit explosiver Energie beeindruckt. Zu Wort kommen auch Christian Muthspiel (Jazzposaunist und Komponist), Friedrich Cerha (Komponist), Kurt Schwertsik (Komponist), Michael Sturminger (Regisseur), Franka Lechner (Ehefrau und Künstlerin) und Janis Susskind (Verlagschefin Boosey & Hawkes, London).

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