Korun und Walser: Parallelklassen für Sprachlernende widersprechen erfolgreichen Förderprojekten

Grüne verweisen auf erfolgreiche Modelle im Ausland

Wien (OTS) - "Dass nun der ExpertInnenrat im Integrationsbericht anscheinend empfiehlt, Parallelklassen für Kinder mit geringeren Deutschkenntnissen vorzusehen, überrascht und widerspricht bisherigen ExpertInnenempfehlungen. Diese haben schon in vergangenen Diskussionen immer wieder betont, dass Kinder am Schnellsten die Sprache lernen, wenn sie zusätzlich zur notwendigen Förderung mit anderen deutschsprachigen Kindern direkt im Unterricht sitzen. Diese pädagogische Erkenntnis scheint man für populistische Ziele einfach in den Wind zu schlagen. Dabei war es gerade eine ÖVP-Bildungsministerin, unter der die Förderstunden - auch für Kinder nichtdeutscher Muttersprache - massiv gekürzt wurden. Wenn man bereits neu ankommende Kinder in Parallelklassen steckt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn diese dann auch die restliche Schullaufbahn als nicht dazugehörig behandelt werden. Integration damit zu beginnen, Kinder über Monate und eventuell Jahre auszusondern, ist absurd," kritisiert Alev Korun, Integrationssprecherin der Grünen die heute bekannt gewordenen Empfehlung im Integrationsbericht.

"Kinder lernen am besten von Kindern, das wissen alle PädagogInnen", zeigt sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen verwundert. "Es gibt genügend Beispiele von erfolgreichen Sprachlernmodellen, abseits von Extraklassen im Ausland: Die Palette reicht von persönlich zugeschnittenen Programmen für Kinder in Kanada über integrativen Unterricht in England bis zum Recht auf erstsprachlichen Unterricht in Schweden. In den Niederlanden müssen Kinder einen Sprachtest absolvieren, auch ihre sozialen Fähigkeiten werden abgeprüft. Wer Schwächen hat, wird von eigens ausgebildeten Lehrkräften gefördert. Es ist nicht einzusehen, wieso das in Österreich nicht möglich sein soll."

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