Land&Forst Betriebe Österreich: Grundbesitzer haben Verantwortung für vielseitige Waldleistungen

Waldmanagement ist Basis für Multifunktionalität des Waldes

Wien (OTS) - Österreich zählt zu den waldreichsten Ländern Europas. Beinahe die Hälfte unserer Staatsfläche ist mit Wald bedeckt. Der Wald ist ein intaktes Ökosystem, in dem sich Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen aufhalten und es gibt daher auch Abstimmungsbedarf und Regeln. Der heimische Wald ist nicht nur Arbeitsplatz, Rohstofflieferant und Lebensraum für Wildtiere und Pflanzen, sondern leistet weit mehr. Er schützt vor Naturgefahren wie beispielsweise Hochwasser und Muren und erbringt als Klimaregulator, Wasserspeicher und grüne Lunge einen wertvollen Beitrag zu unserer intakten Umwelt. Mit all diesen Wirkungen und Funktionen berücksichtigt der Wald die ökologischen, ökonomischen und sozialen Komponenten der Nachhaltigkeit.

Der Schutz aller Waldwirkungen ist im Forstgesetz klar geregelt

Das österreichische Forstgesetz regelt klar, dass durch nachhaltige Bewirtschaftung, Pflege und Schutz alle Wirkungen und Funktionen des Waldes sicherzustellen sind. Damit haben die Waldeigentümer eine hohe Verantwortung für den Lebens- und Erholungsraum Wald. Für die im Gesetz verankerte nachhaltige Waldbewirtschaftung sorgen in Österreich rund 145.000 Waldbesitzer. 80 Prozent der heimischen Wälder sind in Privateigentum. Dem Drang nach Erholung und frischer Luft wird ebenfalls im Forstgesetz entsprochen. Jeder hat nach § 33 des Forstgesetzes grundsätzlich das Recht, den Wald für Erholungszwecke zu betreten und sich dort aufzuhalten.

Der Natur mit Respekt und Achtung begegnen

"Alle, die den Wald zur Erholung betreten, sollten bedenken, dass sie Gäste sind und man der Natur und dem Eigentum durch achtungsvolles Verhalten Respekt erweist. Dem Spaziergang im Wald ist nichts entgegenzuhalten. Auch Laufen, Joggen und Wandern ist erlaubt, wenn dabei die wichtigsten Regeln beachtet werden. Alle Aktivitäten, die über das reine Betreten zum Erholungszweck hinausgehen, wie zum Beispiel das Lagern bei Dunkelheit, das Zelten, das Campieren, entgeltliche Wanderungen, das Reiten, das Radfahren, das Mountainbiken und so weiter, sind nur mit der ausdrücklichen Zustimmung des Grundeigentümers zulässig. Dies ist im Forstgesetz und im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch klar geregelt", sensibilisiert DI Richard AUER-WELSBACH, Vizepräsident der Land&Forst Betriebe, dass es im Wald Regeln und Rahmenbedingungen gibt.

Leistungsfähigkeit des heimischen Waldes muss gesteigert werden

Steigende gesellschaftliche Interessen am Wald bewirken jedoch eine Zunahme des Bedarfes nach Freizeitangeboten wie Geocaching oder Mountainbiken, die über das reine Betreten bereits weit hinausgehen. Und auch die Schutzwirkung des Waldes vor Naturgefahren erlangt in Zeiten des Klimawandels zunehmend Bedeutung. Umwelt-NGOs fordern mehr Raum für Naturschutzmaßnahmen. Nicht zuletzt ist der Wald mit seiner Rohstoff- und Wirtschaftsleistung eine wesentliche Einkommensquelle und ein wichtiger Faktor für den Erhalt des ländlichen Raumes. Aus all diesen Ansprüchen resultiert, dass die Leistungsfähigkeit des Waldes in all seinen Funktionen höher beansprucht wird.

Der Wald und die Natur sind ein komplexes System

"Immer wieder kommt es aufgrund der vielseitigen Ansprüche an den Wald zu Spannungsverhältnissen zwischen den verschiedenen Interessengruppierungen. Dabei werden allerdings jeweils immer nur bestimmte Ansprüche in den Mittelpunkt gerückt. Durch einseitige Sichtweisen geraten andere genauso wichtigen Waldfunktionen und deren Zusammenspiel häufig in den Hintergrund", schafft Vizepräsident Auer-Welsbach Bewusstsein dafür, dass solche Sichtweisen aus dem Blickwinkel der jeweiligen Interessenvertretung zwar legitim seien, dabei aber vollkommen vergessen werde, dass die Natur und insbesondere der Wald ein komplexes System sind.

Waldeigentümer haben die Gesamtverantwortung

"Dem Waldeigentümer kommt in dieser Situation eine zentrale Bedeutung zu. Er hat die Verantwortung für das komplexe Zusammenspiel des Ökosystems Wald. Durch seine fachliche Kompetenz und Kenntnis der Gegebenheiten verfügt er über einen umfangreichen Überblick. Damit können Waldbesitzer verantwortungsbewusst und durch multifunktionales Waldmanagement auf die verschiedensten Interessen reagieren und die wichtigen Waldfunktionen nach dem Motto "Natur nützen, Natur schützen" absichern.

Zahlreiche Initiativen für Freizeitsuchende

"Private Waldeigentümer kommen den jeweiligen individuellen und lokalen Interessen in der Regel entgegen. Sie haben unter Berücksichtigung einer Vielzahl an Aspekten wie zum Beispiel der Wildökologie bereits unzählige Reit- und Wanderwege sowie rund 23.000 Kilometer Mountainbikestrecken österreichweit für Freizeitaktivitäten erschlossen und gekennzeichnet. Die Länge der gekennzeichneten Mountainbikestrecken ist vergleichbar mit der Strecke Wien - Bregenz, wenn man diese in etwa 38 Mal zurücklegt. Die für das Mountainbiken, Radfahren und Reiten gekennzeichneten Wege sind entsprechend gewidmet. Dies ermöglicht ein faires, konfliktfreies und vor allem für sich und andere gefahrloseres "Biken" oder "Reiten" im Wald", macht Vizepräsident Auer-Welsbach darauf aufmerksam, dass es zahlreiche Initiativen der Waldeigentümer für Freizeitsuchende gibt.

Dialogbereitschaft, Respekt und Verständnis sind gefordert

"Die heimischen Waldbesitzer sind interessiert, Menschen näher an und in die Natur zu führen. Allerdings wird von den Gästen des Waldes ein respektvolles Verhalten im Wald und im Umgang mit Eigentum und den damit verbundenen Rechten und Pflichten erwartet. Als Gast des Waldes sollte jede und jeder dieser Gastfreundschaft wertschätzend begegnen. Besucht man Freunde zu Hause, hält man sich auch dort auf, wo die Gastgeber den Platz dafür vorgesehen haben. Es braucht daher im Interesse des Waldes auch keine neuen gesetzlichen Regelungen, sondern die Bereitschaft aller für ein Miteinander im Sinne von Fair-Play. Denn die Interessen müssen auf die lokale Situation abgestimmt sein. Die Verantwortung trägt letztlich der Eigentümer dieser Flächen. Nur damit kann der heimische Wald mit seiner Multifunktionalität langfristig erhalten, geschützt und vielseitig genützt werden", fordert Vizepräsident Auer-Welsbach abschließend zur Dialogbereitschaft und zum gegenseitigen Verständnis auf.

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