Pferdewiehern und Kinderlachen

Gemeinsam mit dem wienXtra-ferienspiel lädt die Wiener Behörde Kinder dazu ein, gemeinsam Fiakerpferde zu besuchen.

Wien (OTS) - Parkkarten, Fahrschulbewilligungen, die Genehmigung von Bushaltestellen und Sondertransportrouten: Das ist der Arbeitsalltag der MA 65 - Rechtliche Verkehrsangelegenheiten. Dazu gehören auch die Konzessionsvergaben für Fiaker- und Pferdemietwagen-Unternehmen sowie die Kontrolle der Betriebe. Diese guten Kontakte zu den Wiener Fiakerbetrieben haben heuer im Sommer erstmals ermöglicht, dass im Rahmen des wienXtra-ferienspiels ein attraktiver Programmpunkt bei den Wiener Fiakern geschaffen werden konnte.

Jedes Jahr stehen in den Sommerferien für tausende Kinder bis 13 Jahre rund 200 Aktionen zur Auswahl. 15 von ihnen haben die Fiakerpferde besucht. Beim Frühstück in der MA 65 im 3. Bezirk lauschen die Kinder schüchtern, aber aufmerksam den kindgerechten Schilderungen. Die meisten von ihnen haben bereits Erfahrung mit Pferden: Einige gehen regelmäßig reiten, wie Anna und Jasmin, manche wie Niklas haben zumindest einmal zugeschaut. Es folgt im Fiakerbetrieb hinter den Gasometern in Simmering ein aufregendes Ferienabenteuer.

Aufgaben kindgerecht aufbereitet

Die teilnehmenden Kinder erfahren von Henriette Matzenberger von der MA 65, dass die erste Pferdekutsche in Paris unterwegs war. Sie stand angeblich vor einem Gasthaus in der Rue de Fiacre, benannt nach der dortigen Heiligenstatue Fiacrius, der als Namenspatron der Fiaker gilt. Um 1700 wurde die erste Wiener Lohnkutsche vom Kaiser genehmigt. Rund zweihundert Jahre später waren "etwa tausend Fiaker in Wien unterwegs, die so wie die heutigen Taxis benutzt wurden. Auch die ersten Straßenbahnen wurden von Pferden gezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren zu viele Pferde zugrunde gegangen und die Straßenbahnen wurden modernisiert. Daher ging der Bedarf an Pferdekutschen zurück", erzählt Matzenberger.

Geblieben sei die Kleidung der KutscherInnen, bestehend aus dunklem Anzug, Hemd, Hut und Handschuhen. Die Fiaker hielten sich bis in unsere Zeit und wurden ein beliebtes, weil spezielles Transportmittel für TouristInnen, das einen gemächlichen Blick auf die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Wiener Innenstadt erlaubt. "Derzeit gibt es 31 Fiaker-Betriebe in Wien, die insgesamt 165 Gespanne besitzen. Ein Gespann besteht aus einer Kutsche und zwei Pferden. Mittels Platzkarten wird das Standplatz-Angebot mit insgesamt 58 Gespannen auf den fünf Standplätzen am Stephansplatz, Michaelerplatz, Petersplatz, vor der Albertina und dem Burgtheater gesteuert", verrät Ivonne Litschauer, die Referentin für Fiakerangelegenheiten in der MA 65.

Zehnmal von Wien nach Mexiko

"Eines meiner Lieblingspferde ist jetzt 23 Jahre alt und schon in Pension. Aber das gönne ich ihm von Herzen, weil es jahrelang am Stephansplatz eingespannt war. In dieser Zeit war es sicher zehn Mal in Mexiko", macht Ursula Chytracek, Besitzerin des größten Fiakerbetriebes in Wien, die Wegstrecken bewusst. "Wenn sich Pferde im Stall langweilen, neigen sie zu krankhaften Verhaltensweisen. Sie wetzen sich an Boxenwänden wund, treten mit Hufen, die dann kaputt werden, gegen die Türen oder fressen zu viel, wie meine Lucie, die schon über zwanzig Jahre alt ist. Durch das Übergewicht, bekam sie vor einiger Zeit Hufrehe. Eine Krankheit bei der sich der Huf auflöst. Mühevoll mit einem künstlichen Keil haben wir den Huf entlastet bis er sich sehr langsam wieder aufgebaut hat", berichtet Chytracek. Ihre 38 Pferde sollen zwar nicht zu dick werden, bekommen aber täglich 120 Kilo Müsli und 10 bis 12 Kilo Heu zu fressen. Am ferienspiel-Tag dürfen die Kinder die Pferde füttern. Anschließend können sie Hanni, eine gutmütige ältere Stute, die es liebt gestreichelt zu werden, striegeln. Geduldig hebt sie abwechselnd die Beine, damit die jungen Pferdefans die Hufe unter fachkundiger Anleitung auskratzen und mit Hufsalbe eincremen können.

Entsprechend der tierrechtlichen Bestimmung müssen Pferde zwei Tage in der Woche frei haben, bei freiem Auslauf. "Während des Fahrdienstes müssen bestimmte Fütterungs- und Ruhezeiten eingehalten werden. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass die Pferde gesund sind und alle Impfungen im Pferdepass eingetragen werden. Jedes Pferd ist gechippt und wird jährlich mindestens einmal kontrolliert. Die sommerlichen Temperaturen sind für die Steppentiere gut auszuhalten. Im Winter bekommen sie eine Decke und die Arbeitstage sind deutlich kürzer", versichert Chytracek.

"Coole Ausfahrt mit Fiakern"

Aber nicht nur die Tiere werden kontrolliert. Ebenso müssen die Boxen und die Koppeln eine bestimmte Größe haben. Auch die Kutscherinnen, die seit den 1990er Jahren unterwegs sind, und Kutscher müssen zeigen, was sie können, bevor sie adjustiert auf den Kutschbock steigen. Die Ausbildung dauert einen Monat und endet in einer theoretischen und einer praktischen Prüfung. Auch die Kutschen selbst müssen verkehrs- und betriebssicher sein. Dazu gibt es von Ivonne Litschauer für die Kinder eine kleine Einführung in die Kutschen- und Fiakerkunde. Fragen nach Bremsen und Rädern sind für die jungen ExpertInnen selbst bei tropischen Temperaturen in der Halle kaum ein Problem. Anschließend geht es noch gemeinsam zum größten Wiener Standplatz neben dem Stephansdom. Eine "coole Ausfahrt", auf die sich alle Kinder schon riesig gefreut haben, rundet einen aufregenden Tag bei den Wiener Fiakern ab. Die nächsten Termine sind am 1., 14. und 29. August. Unbedingt rechtzeitig bei wienXtra anmelden.

Weiterführende Informationen und Anmeldung: www.ferienspiel.at

Pressebilder sind online zu finden:
www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=31853 www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=31847 www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=31856 www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=31850 www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=31862 www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=31859

Das Video von wien.at-tv ist zu sehen, unter: http://bit.ly/1A1j2b7

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