Bundesjugendvertretung: Trauriger Tag für Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht!

Die BJV kritisiert das Vorgehen und den Schuldspruch im Fall Josef S.

Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) ist schockiert über den heutigen Schuldspruch für Josef S., der sich an den Protesten gegen den sogenannten Akademikerball in Wien beteiligt hatte: "Der Schuldspruch für Josef S. ist für uns erschütternd! Die Beweislast wirkt äußerst dürftig und die Zeugenaussagen weisen viele Widersprüche auf. Auch dass der Protest gegen den sogenannten Akademikerball mit Terrorismus verglichen wurde, ist völlig überzogen und realitätsverzerrend", betont die BJV-Vorsitzende Laura Schoch.

Die BJV kritisiert auch die Verfahrensdauer: "Es ist unverständlich, warum man sich mit dem Urteil so lange Zeit gelassen hat und der Angeklagte bereits sechs Monate im Gefängnis sitzen musste. Man muss sich überlegen, was dies für einen 23-Jährigen in persönlicher und finanzieller Hinsicht sowie für seinen Ausbildungsweg bedeutet", zeigt Schoch auf.

Dieses Urteil hat aber nicht nur massive Konsequenzen für den Betroffenen selbst: "Viele junge Menschen, die für den wichtigen antifaschistischen Protest aufstehen, fühlen sich mit diesem Urteil mitgemeint. Es herrscht nach wie vor der Eindruck vor, dass hier ein Exempel statuiert werden soll - ein trauriger und beschämender Tag für Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht in Österreich", zeigt sich Schoch betroffen.

Abschließend verweist die Vorsitzende darauf, dass es auch in Deutschland viele Stimmen gibt, die das Vorgehen in diesem Fall kritisieren. "In seinem Heimatort wurde Josef S. ein Preis für Zivilcourage verliehen, in Österreich sitzt er ein halbes Jahr im Gefängnis. Offensichtlich stimmt hier etwas nicht", so Schoch.

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