ORF III am Mittwoch: "Die Todesmühlen" und Rossellinis "Rom, offene Stadt" im "kult.Filmsommer"

Außerdem: Eröffnung der Bregenzer Festspiele, zwei "kreuz und quer"-Dokus und "treffpunkt.medizin" über vegane Ernährung

Wien (OTS) - Morgen, am Mittwoch, dem 23. Juli 2014, werden die 69. Bregenzer Festspiele eröffnet. ORF III überträgt die feierliche Einstimmung auf das heurige Festspielprogramm um 16.40 Uhr (ORF 2 und 3sat live um 10.15 Uhr). Im Hauptabend setzt "kreuz und quer" um 20.15 Uhr mit der zweiten Folge des Dreiteilers "Göttliche Frauen:
Dienerinnen der Götter" die Spurensuche nach der oft verborgenen Geschichte der Frauen in den Religionen fort. Die Dokumentation "Babys auf Vorrat" behandelt um 21.05 Uhr die ethische Dimension des Einfrierens menschlicher Eizellen, das es Frauen ermöglicht, auch später als biologisch vorgesehen schwanger zu werden. Anschließend zeigt "treffpunkt.medizin" mit der US-amerikanischen Dokumentation "Gabel statt Skalpell: Gesünder leben ohne Fleisch" um 22.00 Uhr auf, wie entscheidend Ernährung für unsere Gesundheit ist und was vegane Ernährung bewirken kann. Der "kult.Filmsommer" beschäftigt sich danach mit dem Filmschaffen in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Filmmuseumsdirektor Alexander Horwath hat zwei Filme aus dem Jahr 1945 ausgewählt, die einen Eindruck davon vermitteln, wie Kriegsgräuel als politische Botschaft inszeniert wurden: Um 22.55 Uhr als deutschsprachige Erstausstrahlung "Die Todesmühlen", den ersten von den US-Amerikanern gedrehten, schonungslosen Dokumentarfilm über die Konzentrationslager, um 23.20 Uhr dann Roberto Rossellinis dokumentarisch anmutenden Spielfilm "Rom, offene Stadt", der die tragische Liebesgeschichte von Pina und Francesco im Rom des letzten Kriegsjahres erzählt.

Die Sendungen im Detail:

"ORF III spezial: Eröffnung Bregenzer Festspiele" (16.40 Uhr)

Bei der diesjährigen Eröffnung der Bregenzer Festspiele geben die Wiener Symphoniker, Tänzer, aber auch der Schriftsteller Hans Platzgumer einen Vorgeschmack auf die Produktionen der Festspiele. Intendant David Pountney ist heuer zum letzten Mal für die traditionell kurzweilige Eröffnungsfeier verantwortlich. Auf der Seebühne wird neuerlich Mozarts "Zauberflöte" gezeigt, die auch 2013 ein absoluter Publikumserfolg war. Im Festspielhaus wird die Oper "Geschichten aus dem Wienerwald" von HK Gruber aufgeführt, die ORF III am kommenden Sonntag um 20.15 Uhr überträgt.

"kreuz und quer": "Göttliche Frauen: Dienerinnen der Götter" (20.15 Uhr) und "Babys auf Vorrat" (21.05 Uhr)

In der zweiten Folge des Dreiteilers "Göttliche Frauen" setzt Bettany Hughes ihre Spurensuche nach der verborgenen Geschichte der Frauen in den Religionen fort und betritt eine Welt, in der die Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts - so die Überlieferung - direkt mit den Göttern kommuniziert haben sollen. Die Historikerin nimmt diesmal auf ihrer Zeitreise Frauen in den Blick, die als Priesterinnen der Götter fungierten. Sie taucht ein in die griechische Antike und lässt die sinnliche Welt der Aphrodite-Verehrung aufleben. Dazu besucht sie auch Lesbos, die Heimat der antiken Dichterin Sappho.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind? Eine Frage, die sich viele Frauen stellen. Sie wünschen sich zwar Kinder, doch nicht gleich. Die niederländische Filmemacherin Marieke Schellart wählte einen - derzeit in Europa noch recht ungewöhnlichen - Weg, um dem Ticken der biologischen Uhr zu entgehen: Sie ließ sich Eizellen entnehmen und für eine künftige Verwendung tiefgefrieren. In ihrem Dokumentarfilm "Babys auf Vorrat" schildert sie ihre Gründe für diese medizinisch längst machbare, doch ethisch höchst umstrittene Methode.

"treffpunkt.medizin" mit Teil eins von "Gabel statt Skalpell:
Gesünder leben ohne Fleisch" (22.00 Uhr)

Diesmal zeigt "treffpunkt.medizin", wie unser Essverhalten unseren Körper und damit unsere Gesundheit beeinflusst. Der Biochemiker Prof. Dr. T. Colin Campbell leitete in den 1970er und 1980er Jahren die sogenannte China Study, die den unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Verzehr von tierischen Produkten und dem Auftreten von schweren Krankheiten beim Menschen nachweisen konnte. In der Dokumentation gibt Campbell - undogmatisch und ohne erhobenen Zeigefinger -konkrete Ratschläge, wie durch vegane Ernährung gesundheitliche Vorschäden und chronische Erkrankungen erfolgreich bekämpft werden können. Teil zwei der aufsehenerregenden Dokumentation aus den USA folgt kommenden Mittwoch.

"kult.Filmsommer": "Die Todesmühlen" (22.55 Uhr) und "Rom, offene Stadt" (23.20 Uhr)

Für den kult.Filmsommer wählte Filmmuseumsdirektor Alexander Horwath diesmal zwei filmische Werke, die das Publikum in die 1940er Jahre führen: "Die Todesmühlen" und "Rom, offene Stadt" - zwei Produktionen aus dem Jahr 1945, die sich beide intensiv mit der Nazizeit auseinandersetzen. "Die Todesmühlen" ist der erste, unmittelbar nach der Befreiung von den USA produzierte, Dokumentarfilm über die Konzentrationslager. Die aufklärerisch-propagandistische Doku zeigt die Nazi-Verbrechen schonungslos und in schwer erträglicher Direktheit. Sie wurde für Vorführungen im besetzten Deutschland und Österreich unter der Regie des Exil-Tschechen Hanus Burger in Zusammenarbeit mit Billy Wilder hergestellt und sollte im Sinne der Reeducation zur Konfrontation der deutschen Bevölkerung mit den unter ihren Augen begangenen Verbrechen dienen.
Schonungslose Konfrontation mit der Realität machte sich in den 40er Jahren auch der Italienische Neorealismus zum Programm. Roberto Rossellini startete 1945 den Dreh zu "Rom, offene Stadt", als die letzten Partisanenkämpfe noch nicht vorbei waren und drehte aufgrund fehlender Mittel und zerstörter Studios direkt in den Straßen der vom Krieg gezeichneten Stadt. Darsteller/innen suchte er sich zumeist direkt am Ort des Drehs. Er erzählt die Geschichte von Pina (Anna Magnani) und Francesco (Francesco Grandjacquet), die 1944 heiraten wollen. Der heimliche Widerständler Francesco wird jedoch am Hochzeitsmorgen von der SS verhaftet. Wahnsinnig vor Angst läuft Pina ihm hinterher und wird erschossen. Francesco gelingt zwar die Flucht vor der SS, nicht jedoch vor seinen Verrätern. Rossellinis tragisches Stadtporträt brachte ihm 1946 die Goldene Palme in Cannes und eine Oscar-Nominierung für das Drehbuch ein. Rossellini gilt damit neben Visconti, De Sica, Zavattini und Blasetti als einer der wichtigsten Vertreter des politisch engagierten italienischen Neorealismus, der Wirklichkeitsnähe im Film propagierte und sich des Schicksals der "kleinen Leute" annahm.

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