Mindestsicherung: Zahl der BezieherInnen in NÖ um dreizehn Prozent gestiegen

AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Immer mehr brauchen staatliche Hilfe"

Wien (OTS/AKNÖ) - In Niederösterreich haben im Jahr 2013 so viele Menschen Bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS) gebraucht wie nie:
21.750 bekamen unter diesem Titel Unterstützung zum Überleben, um dreizehn Prozent mehr als 2012. Das geht aus dem Sozialstatistischen Handbuch der AKNÖ hervor. Für AKNÖ-Präsident Markus Wieser belegen die Zahlen, dass die soziale Schieflage schlimmer wird. Die Daten zeigen auch auf, dass das Stadt-Land-Gefälle bei der sozialen Absicherung hoch bleibt.

So viele Menschen wie nie zuvor haben im Vorjahr Mindestsicherung bezogen: 21.750 waren es im Lauf des Jahres. Gesamtkosten: 42 Millionen Euro. "Daran sieht man sehr deutlich: Fast niemand lebt ausschließlich von der Mindestsicherung", erklärt AKNÖ-Sozialexperte Maximilian Weh die Zahlen. "Durchschnittlich bekamen BezieherInnen 161 Euro im Monat an BMS. Das ist ein Fünftel der maximal möglichen Mindestsicherung." Erklärung: "Die meisten bekommen BMS zusätzlich etwa zu einem niedrigen Arbeitslosengeld oder einem niedrigen Lohn, etwa bei alleinerziehenden Müttern, die nur Teilzeit arbeiten können."

Auffällig an den Zahlen, die im Sozialstatistischen Handbuch der AKNÖ zusammengefasst sind, ist auch das starke Stadt-Land-Gefälle. Im Bezirk Krems Land mit knapp 56.000 EinwohnerInnen etwa bezogen 299 Menschen im Jahr 2013 BMS. In der Stadt Krems mit 24.000 EinwohnerInnen waren es 701. Ein typisches Beispiel, sagt Experte Weh. "In ländlichen Regionen beantragen offenbar nach wie vor viele Menschen, denen BMS zustehen würde, aus Scham keine Leistung. In der anonymeren Stadt fällt das leichter."

Für AKNÖ-Präsident Markus Wieser zeigen die Zahlen, dass die soziale Schieflage schlimmer wird. "Immer mehr Menschen können von ihren Löhnen und Gehältern oder von ihren Pensionen nicht mehr leben und brauchen zusätzliche Unterstützung vom Staat. Das ist keine gute Entwicklung." Die Analyse zeige auch, dass die Mindestsicherung alles andere als eine Hängematte sei, wie KritikerInnen behaupten. "Die Mindestsicherung gleicht aus, was in dieser Gesellschaft schief läuft. Das ist gut, weil es die Betroffenen entlastet. Aber die Probleme löst sie nicht."

Die Menschen müssen von dem, was sie verdienen, wieder leben können, sagt Wieser. "Dazu gehört eine Steuerreform, die endlich die ArbeitnehmerInnen entlastet. Dazu gehört auch eine flächendeckende Kinderbetreuung, damit Frauen nicht gezwungen sind, Teilzeit zu arbeiten."

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