Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK 1. Halbjahr 2014: 40 Insolvenzen pro Werktag

Privatinsolvenzen sinken um 9% auf Niveau von 2008

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2014 zeigen, dass die Insolvenzen von Privatpersonen weiter stark rückläufig sind: Die Zahl der zahlungsunfähigen Privaten ist um fast 9% auf 4.830 Fälle gesunken. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist dabei um rund 10% auf 4.238 Verfahren, die mangels Vermögen zurückgewiesenen Insolvenzanträge sind um 2% auf 592 zurückgegangen. Die Durchschnittsverschuldung betrug über 100.000 Euro. Hauptgläubiger sind Banken, Versicherungen, Mobilfunkbetreiber und Leasingunternehmen.

Creditreform-Geschäftsführer Rainer Kubicki begrüßt die positive Entwicklung der Privatinsolvenzen: "Der Rückgang der Privatinsolvenzen auf das niedrigste Niveau seit sechs Jahren ist erfreulich. Einerseits sind die Österreicher durch die multiplen Krisen der Vergangenheit als auch die Banken bei der Kreditvergabe vorsichtiger geworden. Andererseits erschwert die steigende Arbeitslosigkeit eine Entschuldung mittels Zahlungsplan."

Bundesländervergleich: 7 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfähig/überschuldet

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass lediglich Oberösterreich (+3,9%) ein Ansteigen der Privatinsolvenzen zu verzeichnen hat. Die größten Rückgänge haben Vorarlberg (-26,9%), Wien (-12,6%) und Salzburg (-12,3%) zu melden.
Mit 14 von 10.000 erwachsenen Personen sind die Wiener weiterhin am meisten insolvenzbetroffen. Österreichweit wurden hingegen rund 7 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 1. Halbjahr 2014

In Hinblick auf die am 1. Juli in Kraft getretene Reform des Insolvenzrechts in Deutschland fordert Creditreform auch in Österreich die Möglichkeit einer schnelleren Entschuldung. So wie in Deutschland könnten bei einer Mindestquote von 35% die Schuldner bereits nach drei Jahren die Restschuldbefreiung erlangen. Diese würden dadurch wieder schneller die finanzielle Mündigkeit erlangen und in den Wirtschaftskreislauf reintegriert werden. Die Gläubiger würden sich lange Quotenüberwachungen und Mahnungen ersparen und rascher zu einer relativ hohen Quote kommen.

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