• 21.07.2014, 21:45:31
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Neues Volksblatt: "Dilemma" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 22. Juli 2014

Utl.: Ausgabe vom 22. Juli 2014 =

Linz (OTS) - Es ist fast paradox, dass fast zeitgleich der
Finanzminister die ÖBB auffordert, "effizienter" mit dem Steuergeld
umzugehen und die Mitarbeiter in Betriebsversammlungen höhere Löhne
fordern. Dazwischen steht das ÖBB-Management, das hier wie dort
versucht den Wind aus dem jeweiligen Segel zu nehmen. Vermutlich
vergebens. Denn die Regierung braucht Geld, um sich die versprochene
Steuerreform auch leisten zu können, der Ausbau des öffentlichen
Verkehrs könnte da auf der Strecke bleiben oder an die Länder und
Gemeinden delegiert werden - Stichwort Mühlkreisbahn. Und die
Eisenbahngewerkschaft will sich kämpferisch zeigen, obwohl man weiß,
dass dies betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist und die
Kosten einer solchen Lohnerhöhung zur Gänze der Steuerzahler zahlen
wird. Wer die Jobsicherheit des öffentlichen Dienstes genießt, sollte
eigentlich auch vergleichbare Lohnabschlüsse erhalten.
Natürlich gibt es in der ÖBB noch "Verbesserungsbedarf". Da hilft es
auch nicht plump zu tricksen: Man sollte nicht die Kunde von einem
"regulären" Pensionsantrittsalter von 59,4 Jahren hinausposaunen,
wenn man weiß, dass 41,7 Prozent der ÖBB-Mitarbeiter über die
Invaliditätspension in den Ruhestand gehen. Das durchschnittliche
Pensionsantrittsalter ist daher 53,9. Vielleicht sollte sich der
ÖBB-Chef lieber überlegen, warum es so krank macht, wenn man bei der
Bahn arbeitet.

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