Neues Volksblatt: "Stellungsfrage" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 19. Juli 2014

Linz (OTS) - Die Stellungsstraße dürfte in Oberösterreich bleiben und die rund 10.000 Burschen aus Oberösterreich, die diesen Gesundheitscheck pro Jahr machen müssen, müssen wahrscheinlich nicht nach Klagenfurt oder Graz auspendeln. Wobei es schon eigenartig ist, dass das Land hier aktiv werden musste und nicht das Militärkommando in OÖ oder das Verteidigungsministerium aus Wien Lösungen erarbeiten konnte, in deren Zuständigkeit es eigentlich fiele. Dort überlegte man lieber, wie man Tausende Burschen Hunderte Kilometer auf Reise schickt, anstatt vier Militärärzte nach Linz bringt. Es scheint eine Milchmädchenrechnung zu sein, dass Zweiteres auch billiger sein muss. Aber sei's drum. Nun sucht also das Land Oberösterreich niedergelassene und angestellte Internisten, damit die Stellungsstraße in Oberösterreich bleiben kann.
Ende gut, alles gut? Nur bedingt. Vor genau eineinhalb Jahren - am 20. Jänner 2013 - hat der Wähler ein klares Bekenntnis zur allgemeinen Wehrpflicht abgegeben, man könnte annehmen, das würde motivieren. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, das Bundesheer und seine Führung hadert weiter mit sich und weiß nicht recht wohin. Bis Herbst soll laut SPÖ-Verteidigungsminister Klug übrigens der Generalstab erneut ein Konzept zur Zukunft des Heeres vorlegen. Ob ein weiteres Papier hilft? Vielleicht sollte man eher in den Schubladen des Ministers einmal aufräumen.

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