Steinhauser: Gendern ist für Grüne gelebte Realität

Grüne: Sprachliche Ausblendung bedeutet Unsichtbarkeit

Wien (OTS) - Der "Offene Brief" an Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), in dem eine "Rückkehr zur sprachlichen Normalität" gefordert wurde, sorgt weiterhin für Debatten. "Bei den Grünen ist Gendern gelebte Realität", kommentiert Albert Steinhauser, Justizsprecher und stellvertretender Klubobmann der Grünen, den Versuch, geschlechtersensible Sprache abzuschaffen.

Aus Sicht der Grünen drückt sich die Gleichbehandlung auch in der Sprache aus. "In Österreich wird den Frauen leider in vielen Bereichen nicht die Wertschätzung entgegengebracht, die sie eigentlich verdienen würden. Die Erwähnung der Töchter in der Bundeshymne beispielsweise war eine ganz einfache Gesetzesänderung, noch dazu kostenneutral. Genauso wird seit mehr als 20 Jahren das verbindende Binnen-I verwendet. Diese Maßnahmen sind ein Grundstock für die Umsetzung weiterer Maßnahmen bei großen und wichtigen Frauenanliegen, wie zum Beispiel bei der Einkommensgerechtigkeit, den Chancen von Frauen in der Arbeitswelt und der Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie", sagt Steinhauser und weiter:
"Tatsache ist, dass gerade reaktionäre Stellungnahmen besonders viel Medienaufmerksamkeit bekommen, insbesondere, wenn es sich um anti-feministische Debatten handelt".

Besonders interessant ist hier nicht nur die Rolle vom Verein Muttersprache, sondern ebenso jene des Normungsinstitutes Austrian Standards ÖNORM. Dieses fordert immer wieder eingeschlechtlichen Formulierungen den Vorzug zu geben und möchte - nachdem die Debatte durch den Offenen Brief neu entfacht wurde - Mitte Oktober ein Dialogforum zum sprachlichen Gendern veranstalten. Der Entwurf von ÖNORM zu geschlechtergerechter Sprache hat bereits im Frühjahr für politische Empörung gesorgt, weil darin unter anderem vom Binnen-I abgeraten wird.

"Über 1.400 Stellungnahmen sind damals bei ÖNORM eingelangt und ich frage mich, ob das nicht ein ausreichendes Zeichen dafür ist, dass Sichtbarkeit von Frauen nicht einfach wieder abgeschafft werden kann" betont Steinhauser und abschließend: "Ich freue mich, wenn wir uns endlich wieder aktuellen politischen Herausforderungen zuwenden können, anstatt über ewig gestrige Vorschläge von privaten Instituten zu debattieren."

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