ÖGJ: Mit Klotz am Bein lässt sich kein Sprint laufen

Mehr als fünf Millionen Jugendliche EU-weit arbeitslos - Hilfe kommt nicht an

Wien (OTS/ÖGB) - "Man darf nicht warten bis immer mehr Jugendliche keinen Job haben. Wir brauchen mehr Geld für Ausbildung und Beschäftigung von jungen Menschen. Kein einziger soll arbeitslos sein. Investitionen in die Jugend rechnen sich in der Zukunft", kommentiert Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), die Förderung von Beschäftigungsinitiativen für die Jugend in der EU. Allerdings wurde bisher nur ein Bruchteil der sechs Milliarden Euro Fördermittel von den Mitgliedstaaten abgeholt.

"Diese Fördermittel sind an neue Beschäftigungsmodelle gekoppelt. Nachdem Krisenländer jedoch jahrelang kaputtgespart wurden, kann man nicht erwarten, dass sie von heute auf morgen neue Programme zur Jugendbeschäftigung entwickeln. Niemand kann einen Sprint mit einem Klotz am Bein laufen", sagt Ernszt im Hinblick auf die Bemerkung der deutschen Bundeskanzlerin Merkel, sie verstehe es überhaupt nicht, dass die Länder das Geld nicht abrufen. Der ÖGJ-Vorsitzende fügt hinzu: "Die Beamtenapparate in den angeschlagenen Ländern wurden gestutzt, den Ländern fehlt es an ausreichend Personal, um alle bürokratischen Hürden zu meistern."

Mehr als fünf Millionen junge Menschen in der EU sind ohne Ausbildung und Job. In Griechenland und Spanien hat sogar jeder zweite Jugendliche keine Arbeit. Die EU stellte aus diesem Grund sechs Milliarden Euro Fördergelder jenen Mitgliedstaaten mit einer Jugendarbeitslosigkeit über 25 Prozent zur Verfügung. Doch bisher haben nur Frankreich und Italien diese Hilfe in Anspruch genommen.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Kommunikation
01/534 44-39262

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003