GPA-djp: Immer mehr Verbündete im Kampf um faire Praktika-Spielregeln

Aussagekräftige Einträge bei Watchlist Praktikum bestätigen Handlungsbedarf

Wien (OTS/ÖGB) - Tausende Aufrufe und eine Vielzahl von Einträgen, mit teilweise sehr konkreten Schilderungen über Missstände bereits wenige Tage nach dem Start der Online-Plattform bestätigen die Notwendigkeit der neuen watchlist-praktikum, einer Initiative, um die Rechte junger Menschen durchzusetzen, die ein Praktikum machen: Seit der Vorwoche können Betroffene auf der von mehreren Kooperationspartnern eingerichteten Plattform www.watchlist-praktikum.at anonym ihre Erfahrungen melden.++++
Die Berichte bzw. Vorwürfe werden an die zuständigen Gebietskrankenkassen weitergeleitet, um die betroffenen Betriebe prüfen zu können. "Die ersten Schilderungen und Erfahrungsberichte zeigen, wie notwendig es ist, den Berufseinstieg kompetent und mit guten Angeboten zu begleiten. Ein guter und fairer Berufseinstieg ist die Grundlage für die Lebens- und Karriereplanung junger Menschen. Wir unterstützen die Generation Praktikum im Kampf um faire Bedingungen für junge Menschen", so Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftfsführer der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier). Es gehe nicht nur um darum, einen Überblick zu bekommen und Betroffenen zur Durchsetzung ihrer Rechte zu verhelfen, ergänzt die Vorsitzende der Generation Praktikum, Veronika Kronberger (GPA-djp Interessengemeinschaft work@flex): "Uns ist auch die präventive, abschreckende Wirkung der Watchlist Praktikum ein Anliegen: wir gehen davon aus, dass Arbeitgeber es sich jetzt zwei mal überlegen, ob sie angesichts der drohenden Prüfung unter dem Deckmantel eines Praktikums ein Dienstverhältnis ohne angemessene Entlohnung oder gleich zum Nulltarif anbieten."
Österreich ist keine Ausnahme, eine Vielzahl von Studien beweist, dass ein Großteil der Praktika für Schülerinnen und Studierende unterbezahlt oder unbezahlt absolviert werden. Rückenwind im Kampf gegen diese Ausbeutung junger Menschen kommt jetzt auch aus Brüssel. Die EU-Abgeordnete Evelyn Regner bringt anlässlich des heute stattfindenden "European Interns Day", an dem 20 Organisationen aus mehreren Ländern und PraktikantInnen aus fast allen Ländern auf ihre oftmals prekäre Situation am Arbeitsmarkt aufmerksam machen, eine Anfrage an die EU-Kommission ein, in der sie auch konkrete Maßnahmen im Kampf um die soziale Absicherung junger Beschäftigter fordert. "Ein wichtiger Schritt, dem weitere folgen müssen und werden", freut sich Kronberger über diese Unterstützung: ""Je mehr Betroffene ihre Erfahrungen bei der Watchlist Praktikum melden und je mehr Verbündete sich dem Kampf gegen unbezahlte Praktika anschließen, desto eher werden faire Spielregeln in der Beschäftigung junger Menschen Realität!"

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Litsa Kalaitzis
Gewerkschaft der Privatangestellten,
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