Freiheitskämpfer/innen kritisieren Kürzung von Öffnungszeiten in KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Netzl: Innenministerin Mikl-Leitner soll von Kürzungsmaßnahmen Abstand nehmen

Wien (OTS/SK) - In einem Schreiben hat das Innenministerium die KZ-Opferverbände informiert, dass die Öffnungszeiten der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit 1. September 2014 reduziert werden. Konkret soll die Gedenkstätte in den Monaten November bis Februar sowie Juli bis Oktober montags den BesucherInnen nicht mehr offen stehen. Beim Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en stoßen diese Pläne auf Kritik. Der stellvertretende Bundesvorsitzende und Wiener Landesvorsitzende Gerald Netzl appelliert an Innenministerin Mikl-Leitner, von dieser Entscheidung Abstand zu nehmen: "Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist DER zentrale österreichische Erinnerungs- und Gedenkort an die Verbrechen des Nationalsozialismus, vergleichbar mit Auschwitz-Birkenau für Polen. Die öffentlich zugänglichen Bereiche und die Ausstellungen sollen sieben Tage die Woche geöffnet sein." ****

Schließtage seien etwa in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau undenkbar. Geänderte Rahmenbedingungen dürfen, so Netzl, zu keiner Verringerung der jährlichen BesucherInnenzahl führen oder den Zugang zur KZ-Gedenkstätte erschweren. Generell verfolgt der Bund Sozialdemokrtischer Freiheitskämpfer/innen den "Prozess der zunehmenden Musealisierung" des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen mit großer Skepsis. "Wir bedauern, dass die Gedenkstätte zunehmend wie ein Museum geführt wird", kritisiert der stellvertretende Bundesvorsitzende.

Begrüßenswert sei hingegen der Entfall der allgemeinen Eintrittsgebühren, "womit eine langjährige Forderung unseres Bundes, zuletzt bei der Bundeskonferenz im November 2010 beschlossen, erfüllt worden ist". Netzl hält überdies fest: "Im Sinne der Überlebenden ist ein besonderes Augenmerk speziell auf jugendliche Gedenkstätten-BesucherInnen wie Schulklassen, Lehrlingsgruppen etc. zu legen. Den BesucherInnen muss auch weiterhin eine kompetente pädagogische Begleitung durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen angeboten werden." (Schluss) mo/mb

Rückfragehinweis: Dr. Gerald Netzl, Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en, Tel.: +43 (688) 822 94 63, E-Mail:
gerald.netzl@gmail.com

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