EU-Minister üben massive Kritik am Vorschlag zur Totalrevision des europäischen Bio-Rechts

BIO AUSTRIA Obmann Vierbauch begrüßt breite Unterstützung für seine Forderung nach Zurückweisung des Kommissionsvorschlags.

Wien/Brüssel (OTS) - Im Ministerrat vom 14. Juli 2014 haben die EU-Agrarminister heftige Kritik am Vorschlag der EU-Kommission zur Revision des europäischen Bio-Rechts geübt. Mehrere Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, haben diese bereits in der Orientierungsdebatte gänzlich zurückgewiesen. "Der Vorschlag der EU-Kommission würde weniger Bio und damit weniger Klimaschutz, Biodiversität und Tierschutz bedeuten. BIO AUSTRIA begrüßt daher die gestrige Debatte im EU-Ministerrat als wesentlichen Meilenstein, um die vorgeschlagene Bio-Bremse zu stoppen", so Rudolf Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA. "Wir brauchen eine kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Bio-Rechts, um die Bio-Landwirtschaft im Interesse der Bäuerinnen und Bauern, der KonsumentInnen und der Umwelt weiterzuentwickeln".

Der Rechtsrahmen für die Produktion und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln ist seit 1991 EU-rechtlich geregelt. Die derzeit gültige Verordnung ist nach einer Totalrevision erst seit 2009 in Kraft. Die Europäische Kommission hat dennoch Ende März einen Vorschlag für eine neuerliche Totalrevision des Bio-Rechts vorgelegt. Im Agrarministerrat fand unter der neuen italienischen Präsidentschaft eine Orientierungsdebatte dazu statt. Die Mehrzahl der Mitgliedstaaten hat sich dabei äußerst kritisch zu dem Vorschlag geäußert. Nach einem ablehnenden Beschluss des Bundesrats im Mai hat gestern auch Bundesminister Rupprechter im Ministerrat klare Worte gefunden und die EU-Kommission aufgefordert, diesen Entwurf zurückzuziehen.

Lebensmittel aus Bio-Landwirtschaft sind bereits jetzt am strengsten geregelt und kontrolliert. Die von der EU-Kommission ins Treffen geführten Ziele, die Bio-Landwirtschaft dennoch weiterzuentwickeln und das Konsumentenvertrauen zu stärken, stehen außer Frage. "Der vorgelegte Verordnungsentwurf wird nur diesen Zielen leider nicht gerecht. Was uns die EU-Kommission als Revolution verkaufen will, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Bio-Bremse", so Rudolf Vierbauch. "Die Debatte im EU-Agrarministerrat vom 14. Juli zeigt, dass eine Mehrzahl der Mitgliedstaaten dies so sieht. Wir sehen darin einen klaren Auftrag an die EU-Kommission, zurück an den Start zu gehen und das bestehende Bio-Recht konsequent Schritt für Schritt weiterzuentwickeln."

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