Walser: Militärseelsorge-Website zum "Heldendenkmal" vom Netz genommen

Für Grüne nur ein Schritt in der Umgestaltung der Krypta

Wien (OTS) - "Die unsägliche Website der Militärseelsorge mit ihrem problematischen Geschichtsbild wurde vom Netz genommen. Es ist nicht selbstverständlich, dass die politisch Verantwortlichen in Österreich auf berechtigte Kritik rasch reagieren. Umso mehr freut es mich, dass Verteidigungsminister Gerald Klug nach meiner parlamentarische Anfrage umgehend gehandelt und Konsequenzen gezogen hat. Dass Heidemarie Uhl von der Akademie der Wissenschaften, die Projektleiterin für die Umgestaltung des Heldendenkmals, zugesichert hat, auch meinen Hinweis aufzunehmen und in der frei zugänglichen Krypta bis zur Neugestaltung auf die Problematik der Darstellung hinzuweisen, stimmt ebenfalls zuversichtlich."

Walser hatte in seiner Anfrage auf die in mehrfacher Hinsicht zweifelhafte Darstellung der Geschichte des Äußeren Burgtors hingewiesen und kritisiert, dass diese sich nicht nur in die Tradition von Waffen-SS und Wehrmacht stellt, sondern auch wesentliche Merkmale einer gängigen identitätsstiftenden österreichischen Geschichtsklitterung und -fälschung enthalte: "Dazu gehören Formulierungen wie ,Hier war es, wo sich der Ansturm des Islam gegen das Abendland brach`, man bekommt den Eindruck, die Verantwortlichen hätten unmittelbar an die drastische antitürkische Propaganda des 17. Und 18. Jahrhunderts angeknüpft."

Auf dieser Website haben sich zentrale Elemente historischer Mythen verdichtet. "Ein militärischer Sieg wird umgedeutet zu einem Triumph des christlichen Abendlandes gegen den Islam. Der Erste Weltkrieg wird als ,großes Ringen` bezeichnet, weder die Kriegsschuldfrage noch das Ziel dieses ,Ringens` werden auch nur angedeutet", so Walser abschließend: "Das Löschen der Website kann aber nur ein Schritt sein. Ich bin nun optimistisch, dass der Verteidigungsminister auch meine anderen Kritikpunkte aufnehmen und dafür sorgen wird, dass das Äußere Burgtor mit Krypta und Weiheraum in ein würdiges Republikdenkmal umgestaltet wird."

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