Kein Lohn: AK erkämpft fast 75.000 Euro für acht Bauarbeiter der Firma Krajna Bau

Linz (OTS) - In jüngster Zeit häufen sich die Fälle, in denen Unternehmen ihren Beschäftigten über einen längeren Zeitraum Geld vorenthalten. Ein besonders drastischer Fall ist die Firma Krajna Bau mit Sitz in Graz und Baustellen in Oberösterreich. Die Rechtsexperten/-innen der Arbeiterkammer haben für acht Mitarbeiter der Firma insgesamt fast 75.000 Euro an offenem Entgelt eingetrieben.

Einer der Bauarbeiter hatte knapp drei Monate lang für die Firma gearbeitet. Geld bekam er nur im ersten Monat, aber selbst das war viel zu wenig. Danach sah der junge Arbeitnehmer keinen Cent mehr von seinem Chef. Erst forderte er die offenen Ansprüche selbst ein, dann ersuchte er die AK, für ihn zu intervenieren. Beides blieb ohne Erfolg: Keine Reaktion und schon gar keine Zahlung. Daher riet die AK dem Arbeitnehmer zum berechtigten Austritt und reichte Klage ein. Dort wurden dem Bauarbeiter alle offenen Beträge zugesprochen: Lohn, Mehrarbeit und Überstunden, Quartierkosten und Diäten sowie Kilometergeld - in Summe mehr als 13.700 Euro.

Für alle acht Bauarbeiter dieser Firma holte die AK in ähnlich gelagerten Fällen fast 75.000 Euro. Damit ist die Firma Krajna Bau aber kein Einzelfall: Für immer mehr Arbeitnehmer/-innen wird die mangelnde Zahlungsmoral ihrer Chefs zum existenzbedrohenden Problem. "Es zeigt sich, dass eine wachsende Zahl an Unternehmen ihren Beschäftigten einfach systematisch und vorsätzlich Geld schuldig bleibt", beklagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Sie lassen es einfach drauf ankommen, weil ihnen ohnehin nichts Schlimmeres passieren kann als eine Nachzahlung der offenen Ansprüche." Der AK-Präsident fordert daher bei Verstößen gegen das Arbeitsrecht Sanktionen, die über die Nachzahlung ohnehin offener Ansprüche hinausgehen. Als Vorbild sollte der Strafaufschlag in der Sozialversicherung herangezogen werden.

Darüber hinaus hat die AK Oberösterreich eine Parlamentarische Bürgerinitiative für zwei Gesetzesänderungen gestartet: "Kurze Verfallsfristen von unter drei Jahren müssen abgeschafft werden, weil die Beschäftigten dadurch Unmengen an Geld verlieren. Zudem müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom Ergebnis einer Betriebsprüfung informiert werden, wenn eine Kontrolle durch die Gebietskrankenkasse oder das Finanzamt zeigt, dass sie zu wenig Lohn oder Gehalt bekommen haben", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

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