Kaske: Wirtschaft muss Blockade bei Pensionsmonitoring und Bonus-Malus aufgeben

Wien (OTS) - Die Pensionsreformen wirken: Das faktische Antrittsalter ist gegenüber 2003 von 58,1 auf 58,8 Jahre gestiegen. Das belegt der heute vom Sozialminister vorgestellte Beschäftigungs- und Pensionsmonitor. Dass Wirtschaft und Industrie trotzdem in ihrer Blockadehaltung verharren, kritisiert AK Präsident Rudi Kaske: "Die Wirtschaft ignoriert permanent den Beitrag, den die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufbringen, die steigende Arbeitslosigkeit bei den Älteren und blockiert ungebrochen beim Bonus-Malus. Das muss endlich ein Ende haben."

Faktisches Pensionsantrittsalter steigt
Die Wirtschaftsseite ignoriert die Pensionsreformen der letzten Jahre und den Beitrag der ArbeitnehmerInnen zur Sicherung des Pensionssystems. Die Abschaffung der befristeten Invaliditätspensionen verlangt den Menschen mit schweren und schwersten Erkrankungen viel ab, nämlich die Bereitschaft an langwierigen medizinischen und beruflichen Prozessen mitzuwirken. Auch nach Besserung des Gesundheitszustandes müssen sie unter schwierigen Bedingungen einen Arbeitsplatz zu suchen, auch schlechter bezahlte Stellen annehmen und sehen sich der Gefahr gegenüber, wieder arbeitslos zu werden. "Diese Menschen brauchen Verständnis und vor allem Arbeitsplätze", sagt Kaske, "sich jetzt hinzustellen und die Abschaffung der befristeten Pensionen als "statistischen Trick" zu bezeichnen, ist zynisch. Die Forderung, dass diese Menschen, die nach dem Willen des Gesetzgebers alles tun müssen, um im Arbeitsleben verankert zu bleiben, als Pensionsbezieher gezählt werden sollen, ist unzumutbar." Kaske vermutet, dass es der Wirtschaft nur darum geht, zu verhindern, dass die Anhebung des faktischen Antrittsalters auf 60,1 bis 2018 gelingt. "Ihr Ziel ist die politische Rechtfertigung für weitere Pensionsreformen mit weiteren Belastungen für die Beschäftigten", kritisiert der AK Präsident.

Arbeitslosigkeit Älterer steigt - Wirtschaft blockiert Bonus-Malus Seit Monaten steigt die Zahl der älteren Arbeitslosen stetig an. Im Juni gab es einen erneuten Zuwachs von über 23 Prozent. "Um die Beschäftigungschancen für diese Personengruppe zu erhöhen, braucht es dringend ein wirksames Bonus-Malus-System", sagt Kaske. Laut Erhebung des Sozialministeriums beschäftigen rund 1.300 Mittel- und Großbetriebe mit 25 und mehr ArbeitnehmerInnen keinen einzigen Älteren über 55. Hinzu kommen jene Betriebe, die kaum Ältere beschäftigen und damit deutlich unter dem durchschnittlichen Anteil von 11 Prozent liegen. "Andererseits gibt es in allen Branchen Betriebe mit einem überdurchschnittlichen Anteil Älterer. Ein großer Teil der Betriebe nimmt sich also völlig aus der Verantwortung, während andere Unternehmen derselben Branche zeigen, dass ein Anteil der Älteren von 11 Prozent und mehr ohne weiteres möglich ist. Dieses Trittbrettfahren muss aufhören. Deshalb brauchen wir ein Bonus-Malus-System mit einer Älterenquote. Wir müssen vor allem die Unternehmen in die Pflicht nehmen, die keine oder kaum Ältere beschäftigen. Die Wirtschaft muss sich davor nicht fürchten. Das Bonus-Malus-System muss auch keine zusätzliche Belastung für die Wirtschaft darstellen, wenn die Malus-Einhebungen als Bonuszahlungen an die Betriebe zurückfließen" sagt Kaske. Ziel muss sein, dass die Beschäftigungsquoten deutlich über den jetzigen Durchschnitt von 11 Prozent hinausgehen. Maßstab müssen die Beschäftigungsquoten sein, auf die man sich im Regierungsprogramm geeinigt hat. Soll dieses Ziel erreicht werden, müssen bis 2018 rund 155.000 Ältere mehr in Beschäftigung als jetzt. Kaske: "Die Unternehmen sind gefordert und müssen da mitmachen."

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