Hundstorfer zu Pensionsmonitoring: Antrittsalter steigt bis Ende Mai um 8,5 Monate - Sind auf dem richtigen Weg

Invaliditätspensionen und Langzeitversichertenregelung gehen zurück, Beschäftigtenquoten steigen an - Infos unter www.sozialministerium.at

Wien (OTS/BMASK) - Wie angekündigt präsentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Freitag das Pensionsmonitoring. "Wir setzen das Pensionsmonitoring um, so wie wir es ursprünglich mit dem Koalitionspartner vereinbart haben", unterstrich der Minister. Das Monitoring betrachtet die ersten fünf Monate des Jahrs 2014, die Zahlen für das erste Halbjahr liegen im August vor und werden gesondert präsentiert. "Das Pensionsmonitoring zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und in allen Pensionsarten ein Anstieg des Antrittsalters zu verzeichnen ist, bei den Alterspensionen ist der Anstieg leicht (0,8 Monate), bei der Invaliditätspension stark (16,6 Monate). In Summe ergibt sich ein Anstieg bei den Pensionen von 8,5 Monaten", unterstrich der Sozialminister. In den Monaten Jänner bis Mai wurden rund 40.000 Direktpensionen (ohne Hinterbliebenenpensionen) zuerkannt; das sind um rund ein Prozent weniger, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zuerkennungen von Invaliditätspensionen sanken sogar um 10,2 Prozent - "hier spüren wir die Verschärfungen beim Tätigkeitsschutz und die Abschaffung der befristeten I-Pensionen für unter 50-jährige stark", so der Minister. "Wir können nach den ersten fünf Monaten einen Anstieg des tatsächlichen Pensionsantrittsalters feststellen", so Hundstorfer. ****

In den ersten Monaten ist bei der Hacklerregeung noch kein signifikanter Rückgang zu erkennen, weil es hier von 2013 auf 2014 zu "Aufschubeffekten" gekommen ist. Die Abschaffung dieser Regelung wird erst im 2. Halbjahr auch in den Zahlen sichtbar werden. "Bis Ende des Jahres rechnen wir bei der Hacklerregelung mit einem Rückgang von über 21 Prozent von 25.554 Zuerkennungen 2013 auf 20.130 Prozent 2014", so Hundstorfer.

Bei der Korridor- wie bei der Schwerarbeiterpension gab es in den ersten Monaten den erwarteten Anstieg, der sich aber auf niedrigem Niveau abspielt. So stieg die Korridorpension von 2.615 (2013) auf 2.890 (2014) Zuerkennungen. In die Schwerarbeiterpension gingen von Jänner bis Mai 476 Menschen (2013: 315 Zuerkennungen). "Es war klar, dass es bei diesen beiden Pensionsarten einen Anstieg geben wird, nachdem wir den Zugang zur Langzeitversichertenregelung deutlich erschwert haben. Trotzdem können wird die Korridorpension nicht als die "neue Hacklerregelung" bezeichnen, weil die Verluste für Pensionsbezieher bis zu 27 Prozent betragen. In die Schwerarbeitspension können nur Menschen gehen, die in den letzten 20 Jahren, 10 Jahre Schwerarbeit ausgeübt haben. Die allermeisten Angestellten und Beamten fallen jedenfalls nicht darunter", unterstrich Hundstorfer.

Bis Ende Mai sind 4.143 Zugänge zum Rehabilitationsgeld zu verzeichnen. 3.168 Fälle hatten zuvor eine befristete Invaliditäts-oder Berufsunfähigkeitspension. In 975 Fällen handelt es sich um Neuzugänge, sagte der Minister. "Es war immer klar, dass die Rehabilitationsgeld-BezieherInnen nicht in der Pensionsstatistik enthalten sind, da es sich hier auch um keine Pensionsempfänger handelt. Sie stehen dem Arbeitsmarkt nach einer medizinischen und beruflichen Rehabilitation wieder zur Verfügung", betonte Hundstorfer.

Die BezieherInnen von Reha-Geld müssen nach einer Begutachtung in der Gesundheitsstraße zum Case-Management, wo der weitere Weg zur gesundheitlichen Genesung festgelegt wird. Kann der Betroffene nicht mehr in seinen angestammten Beruf zurückkehren, dann wird er umgeschult und bezieht für diese Zeit Umschulungsgeld. "In vielen anderen Ländern - wie in Schweden - ist es seit jeher so, dass invalide Menschen nicht in der Pensionsstatistik aufscheinen. In Schweden wird Berufsunfähigkeit über die Krankenversicherung abgerechnet", verdeutlichte Hundstorfer.

"Bei der beruflichen Rehabilitation müssen wir leider noch Umsetzungsprobleme feststellen. Derzeit gibt es lediglich neun BezieherInnen von Umschulungsgeld. Hinzu kommen noch 1.364 UmschulungsteilnehmerInnen auf freiwilliger Basis. "Die geringe Anzahl an UmschulungsgeldbezieherInnen liegt einerseits daran, dass die Maßnahme erst anläuft und die Menschen erst gesund genug für die Umschulungen werden müsse. Wir müssen aber ganz genau darauf achten, dass möglichst viele Menschen über die berufliche Rehabilitation auf ihre Rückkehr in das Arbeitsleben vorbereitet werden", sagte der Minister.

Erfreulich sei, dass die Beschäftigtenquote Älterer in den vergangenen zwei Jahren angestiegen ist: bei den 55 bis 59jährigen Männern um 2,5 Prozentpunkte ebenso wie bei den 60 bis 64jährigen Männern. Bei den 55 bis 59jährigen Frauen ist die Beschäftigungsquote um 2,4 Prozentpunkte angestiegen. "Dieser Anstieg zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Er reicht aber noch nicht, um das im Regierungsprogramm festgelegte Ziel (Erhöhung der Beschäftigungsquote von 55 bis 59jähriger Männer bis 2018 auf 74,6 Prozent, bei den 60 bis 64jährigen auf 35,3 und bei den 55 bis 59jährigen Frauen auf 62,9 Prozent) zu erreichen.

Die Regierung hat erst kürzlich ein Älterenpaket im Ausmaß von 370 Millionen Euro beschlossen. Insgesamt 15.788 über 50-jährige erhielten bis Ende Mai bereits eine Beschäftigungsförderung durch das AMS, 19,5 Prozent bzw. 2.579 Personen mehr als im Vorjahr. Davon profitierten 7.171 Personen (+1.377, +23,8 Prozent) durch eine Eingliederungsbeihilfe bei der Aufnahme einer Beschäftigung, 6.953 Personen (1.295, +22,9 Prozent) konnten in einem sozialökonomischen Betrieb oder gemeinnützigem Beschäftigungsprojekt wieder Arbeit aufnehmen.

"Klar ist, dass die Finanzierbarkeit unseres Pensionssystems in erster Linie von der Beschäftigungsquote abhängt. Je mehr Menschen eine sozialversicherte Beschäftigung haben, desto stabiler zeigt sich auch unser Pensionssystem".

Daher seien weitere Maßnahmen wie das Bonus/Malus-System zu setzen,schloss der Sozialminister.

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