"Europas Draht- und Strippenzieher" - Insider-Report in Brüssel

Schulz, Lunacek und Gräßle bei Diskussion des Wien-Hauses mit Baden-Württemberg

Wien/Brüssel (OTS/RK) - Gelebte regionale Kooperation in Brüssel: Das Verbindungsbüro der Stadt Wien zur EU und die Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU luden gestern, Donnerstag gemeinsam zu einem Blick hinter die Kulissen der EU-Institutionen. Cerstin Gammelin, EU-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung, und Raimund Löw, EU-Korrespondent und Studioleiter des ORF in Brüssel, präsentierten ihr gemeinsam recherchiertes und geschriebenes Buch "Europas Drahtzieher". Sie zeigen darin, "wie Merkel, Faymann und Co. Bei Krisensitzungen miteinander umgehen, nationale Interessen gegeneinander ausspielen und die europäische Idee riskieren."

Gemeinsam mit der Autorin und dem Autor diskutierten unter der Moderation von Rolf-Dieter Krause, Leiter des ARD-Studios Brüssel drei hochrangige VertreterInnen des Europaparlaments - Präsident Martin Schulz (S&D), Vizepräsidentin Ulrike Lunacek (Grüne) und Abgeordnete Inge Gräßle (EPP) - vor rund 250 Gästen. Unter ihnen fanden sich zahlreiche VertreterInnen der Medien, hochrangige SpitzenbeamtInnen aus der Kommission, dem Europäischen Parlament, der Regional- und Städtebüros sowie aus dem diplomatischen Corps, wie Österreichs Botschafter in Belgien und zur NATO, Karl Schramek.

Wien und Baden-Württemberg: Europaparlament als Partner der Städte und Regionen

Johannes Jung, Leiter der Vertretung des Landes Baden-Württemberg, eröffnete die Veranstaltung als Hausherr. "Es handelt sich bei dem Buch um ein aufklärerisches Werk, das einen kritischen Blick auf die Prozeduren hinter den Kulissen erlaubt und so die Vermittlung von politischen Entscheidungen zu den europäischen BürgerInnen ermöglicht," so Jung. Auch mit Kritik am eigenen Gewerbe werde nicht gespart, "denn es wird klar herausgearbeitet, dass auch auf Medienseite der nationale Blick dominiert."

Für die Stadt Wien seien solche Bücher und Diskussionen darüber sehr wichtig, betonte Michaela Kauer, Leiterin des Verbindungsbüros der Stadt Wien, "denn sie gehen weg von einem technokratischen, mechanistischen Zugang und zeigen auf, wie der Organismus Europa funktioniert, atmet und fühlt." Das sei gerade auch für jene, die nicht direkt im EU-Spiel dabei seien, interessant und nähme vielleicht Schwellenängste. Die Anwesenheit von EP-Präsident Schulz, Vizepräsidentin Lunacek und Abgeordneter Gräßle nahm Kauer zum Anlass, die Rolle des Europäischen Parlaments als Bündnispartner der Städte und Regionen einzumahnen. "Schön, wenn Sie in unseren Parlamenten und Landtagen sprechen, aber unsere BürgermeisterInnen, StadträtInnen und Abgeordneten wollen genauso im Europaparlament gehört werden, wenn es um Themen wie die öffentlichen Dienste geht. Das ist das Wesen der Mehrebenendemokratie." Die jüngsten Aussagen von Jean-Claude Juncker zum geplanten Team der neuen Kommission könnten aus Städtesicht positiv interpretiert werden - "immerhin scheint es so, als könnten Städte und Regionen mit einer neu ausgerichteten EU-Finanzpolitik mehr Bewegungsspielraum für ihre langfristigen Investitionen erhalten."

Zum Buch

Das Buch ist im Econ Verlag Berlin erschienen. In Deutschland trägt es den Titel "Europas Strippenzieher", in Österreich "Europas Drahtzieher". (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Michaela Kauer, Leiterin
Verbindungsbüro der Stadt Wien zur EU
Telefon: +32 2 743 85 01
E-Mail: michaela.kauer@wien.gv.at
www.bruessel.wien.at

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