Nationalrat - Hakel: Gesetzliche Verankerung des Film/Fernsehabkommens wichtiger Schritt

ORF erfüllte seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag bei der Förderung österreichischer Produktionen nicht mehr zur vollsten Zufriedenheit

Wien (OTS/SK) - Schon seit längerem erfüllt der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag, was die angemessene Berücksichtigung und Förderung der österreichischen künstlerischen und kreativen Produktion betrifft, nicht mehr zur vollsten Zufriedenheit. Das betonte SPÖ-Kunst- und Kultursprecherin Elisabeth Hakel bei der heutigen Sitzung im Nationalrat anlässlich der gesetzlichen Verankerung des Film/Fernsehabkommens und nannte neben dem Film den Musikbereich, wo es um den Anteil österreichischer MusikerInnen gehe. "Die Aufgabe der Politik ist es zu kontrollieren, ob der ORF seinem gesetzlich definierten öffentlich-rechtlichen Auftrag nachkommt. Wir werden das in Zukunft so detailliert beobachten, wie in der Vergangenheit", betonte Hakel. Im Bereich der Filmwirtschaft sei der ORF noch lange nicht dort, wo er eigentlich sein sollte. ****

"Diese Nicht-Einhaltung der finanziellen Unterstützung traf und trifft die Filmwirtschaft in beträchtlichem Ausmaß. Es ist eine Branche, die nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus kulturstiftender Sicht von Bedeutung ist und in die auch im Sinne der Förderung von Arbeitsplätzen im Interesse Österreichs investiert gehört", hob Hakel hervor. Offenbar komme der ORF seinen Verpflichtungen freiwillig nicht nach, erläuterte die SPÖ-Abgeordnete. "Aus diesem Grund haben wir von Seiten der Politik einen wichtigen Schritt unternommen und das Film- und Fernsehabkommen gesetzlich verankert. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Und weiter: "Österreich kann zu Recht auf den österreichischen Film stolz sein. Einen großen Anteil daran hat sicherlich auch der ORF." Der österreichische Film feiert Erfolge in Cannes, Berlin und Hollywood. Filmfestivals wie z.B. die "Viennale" in Wien, die "Diagonale" in Graz oder "crossing europe" in Linz seien weit über die österreichischen Grenzen hinaus bekannt und etabliert. Viele der erfolgreichen Kinofilme, Fernsehfilme und Dokumentationen könnten ohne die finanzielle Unterstützung des ORF gar nicht produziert werden, denn ein Großteil der Filmförderung könne nur dann "abgeholt" werden, wenn es eine klare Zusage zur Mitfinanzierung von Seiten des ORF gebe. "Die Filmwirtschaft braucht eine Investitionssumme von 100 Millionen Euro, um so weiterarbeiten zu können, wie bisher. Auch im Bereich der Musik beziehungsweise beim Anteil österreichischer MusikerInnen in TV und Radio - wenn ich mir die Daten von Ö3 und Radio Wien anschaue - muss noch einiges passieren. Sollte das nicht auf Basis einer Selbstverpflichtung funktionieren, wird es wohl wieder erforderlich sein, diesen Auftrag gesetzlich zu verankern", schloss Hakel. (Schluss) tg/sas/mo

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