Papierindustrie erwartet Nachteile für energieintensive Industrie

Überwälzung von Kosten beeinträchtigt Attraktivität des Industrie-Standortes Österreich - KWK-Punktegesetz wird weiterhin abgelehnt

Wien (OTS/PWK484) - "Das gestern im Parlament beschlossene Energieeffizienzgesetz stellt trotz einiger Verbesserungen eine Belastung für die Papier- und Zellstoffindustrie dar", hält Gabriele Herzog, Geschäftsführerin der Austropapier fest. Es wird erwartet, dass die bei den Energieversorgern anfallenden Kosten auf alle energieverbrauchenden Unternehmen umgewälzt werden. Dabei befürchtet die Branche, dass die energieintensive Industrie, die aktuell rund 100.000 Arbeitsplätze in Österreich bietet und einen wertvollen Beitrag zum BIP liefert, einen großen Teil dieser Belastungen tragen wird. Dies beeinträchtigt die Attraktivität des Industrie-Standortes Österreich.

Situation nicht weiter verschärfen

Die Papier- und Zellstoffindustrie fordert alle mit der Umsetzung dieses Gesetzes betrauten Personen und Institutionen auf, dies stets im Hinterkopf zu behalten und die Situation der energieintensiven Industrie nicht unnötig weiter zu verschärfen.

Die Einführung eines Ausgleichsbetrages für Energieversorger ist ein Schritt in die richtige Richtung, obwohl die Erhöhung dieses Betrages um knapp 64 % - von ursprünglich 12,2 auf nunmehr 20,0 Cent pro kWh - auf großes Unverständnis stößt. Zumindest wird jetzt eine Zweckwidmung der Mittel vorgesehen.

Die Papier- und Zellstoffindustrie begrüßt, dass die Nutzung von Abwärme nicht, wie im ursprünglichen Entwurf vorgesehen, bestraft wird. "Unsere Haupttätigkeit liegt darin, Papier und Zellstoff zu erzeugen. Es wäre dabei Verschwendung, Energieüberschüsse, die bei den Prozessen in der Industrie anfallen, nicht an andere weiterzugeben", meint Herzog weiter.

Ablehnend sieht die Papierindustrie weiterhin das KWK-Punktegesetz. Diese Betriebsförderung für Energieanlagen von Fernwärmeversorgern ist ein weiterer Schritt in Richtung Belastungskultur und stößt auf Unverständnis, nachdem die Europäische Union unlängst festgehalten hat, dass EU-Staaten den Fokus eher auf Investitionsanreize setzen sollten.

Hintergrundinformation

Austropapier repräsentiert - gemeinsam mit dem Fachverband der Papierindustrie - die Unternehmen der österreichischen Papierindustrie. 24 Betriebe erzeugen jährlich 4,8 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe. Sie stellen mehr als 8.000 Arbeitsplätze direkt bereit und tragen zur Einkommenssicherung von hunderttausenden Menschen in der heimischen Forst- und Holzwirtschaft, in der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie und im Druck- und Grafik-Sektor bei. Papier begleitet uns Tag für Tag in vielen wichtigen Produkten. Der Einsatz der erneuerbaren Rohstoffe Holz und Altpapier, die Wiederverwertung der Rückstände als Rohstoff, höchste Energieeffizienz der Anlagen und enorme Investitionen zur Verbesserung der Umweltsituation gehören zu den Grundpfeilern der nachhaltigen Wirtschaftsweise. Mit modernen und gut bezahlten Green-Jobs, konsequenter Aus- und Weiterbildung sowie der Bündelung von Forschung, Entwicklung und Innovation sichert der Sektor nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Standorte. (KR)

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